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Erschienen in LinuxUser 01/2001   »   Ausgabe bestellen

Editorial

Qualitätssicherung
Hatten Sie Probleme bei der Installation der KDE-Pakete aus dem letzten Heft? Ein Leser drückte seinen Unmut wie folgt aus:

Vielleicht bist Du als Chefredakteur ja schon dermaßen jenseits von Gut und Böse, dass Du Probleme von Einsteigern gar nicht mehr nachvollziehen kannst. Ich fänd' das aber besser, wenn praktische Anleitungen von Leuten mit ein bissle mehr Praxisbezug und Genauigkeit in ihren Anweisungen geschrieben würden.

Nimm mal den Artikel und versuch, so wie Du beschrieben hast, KDE 2 zu installieren. Da ist dann nämlich Schluss nach dem Mounten der CD-ROM. Und selbst, wenn einer es noch alleine hinkriegt, ins richtige Verzeichnis auf der Kommandozeile zu gelangen, tut sich halt nicht viel, wenn man, wie Du schreibst, nur die Hälfte der Pakete installiert.

Es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder Du glaubst, LinuxUser-Leser wissen eh schon, wie man es richtig macht. Oder: der Artikel ist einfach schlampig geschrieben...

Ansonsten bin ich regelmäßiger Leser Eurer Zeitschrift und bin froh, dass es sie gibt. -- Was aber gar nichts entschuldigt.

Mit der KDE-CD haben wir uns (oder besser: Ihnen) also einige Schwierigkeiten eingehandelt -- wie konnte das passieren? Ein paar Worte zur Erklärung. Der KDE-Schwerpunkt war bereits Monate vor Erscheinen des Heftes geplant; allerdings trafen die fertigen KDE-Pakete erst zwei Tage vor CD-Pressung auf dem FTP-Server des KDE-Projektes ein. Alle Vorbereitungen basierten auf der letzten Beta-Version von KDE 2.0; die RPM-Pakete dieser Beta waren vollständig und ließen sich ohne Probleme installieren.

Die endgültigen Pakete hatten -- so, wie wir sie vom Server gezogen hatten -- einige Probleme: So fehlten bei den Red-Hat-RPMs die libmng-Pakete, bei Debian waren die Abhängigkeiten teilweise falsch, und es fehlte dort ebenfalls libmng.

Bei einem umfassenderen Test der endgültigen Pakete wären uns diese Schwachstellen natürlich aufgefallen, und wir hätten entsprechende Maßnahmen ergreifen können (etwa: selbst libmng-Pakete bauen und hinzufügen). In der Kürze der Zeit war dies aber nicht mehr möglich, so dass wir uns auf die Qualität der Pakete verlassen mussten.

Die Programm-Sourcen von KDE sind übrigens in Ordnung: Das KDE-Team hat hier ganze Arbeit geleistet, und in einem Testlauf konnten wir aus den Sourcen funktionierende Programme erstellen -- diese Prozedur ist allerdings recht umständlich und benötigt auch auf schnellen Rechnern leicht vier, fünf Stunden. Ein sicheres Zeichen für die Defekte der installationsfertigen RPM- und Debian-Pakete ist, dass diese auf dem KDE-Server schon nach kurzer Zeit durch neue ersetzt wurden: Jetzt sind auch die fehlenden libmng-Dateien vorhanden...

Der Installationsartikel auf Seite 12 im LinuxUser 12/2000 hat einige Schwächen: Zum einen sind die Programmpfade nicht vollständig, zum anderen bezog er sich auf die Beta-Version von KDE 2.0. Ich bedaure, dass hier keine Aktualisierung mehr möglich war. Als kleine Entschädigung finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 30 eine ausführliche Beschreibung der Installation unter SuSE Linux 7.0 und Red Hat Linux 7.0; dazu gibt es auf der Heft-CD aktualisierte Pakete von KDE 2.0 für Red Hat; die SuSE-Pakete der alten CD sind funktionsfähig.

Früh oder gut?

Die Probleme sind durch den knappen Abstand zwischen Veröffentlichung der KDE-Pakete und Pressung der LinuxUser-CD entstanden. Wie sollten wir in Zukunft vorgehen? Ziehen Sie es vor, neue Software und Begleitinformationen so früh wie möglich zu erhalten, oder wünschen Sie sich eher verspätete aber dafür sorgfältig ausgetestete Artikel zu neuer Software? Schreiben Sie uns.

Nun viel Spaß beim Lesen des neuen LinuxUser,

Hans-Georg Eßer
Chefredakteur

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