![]() |
|
||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
||
|
TFT Monitor bei
Mercateo kaufen.
Neues Netbook? Ein Preisvergleich lohnt sich. Bei uns finden sie Notebooks, PDAs und Drucker mit Testberichten und Tipps. Diamant Buchhaltungssoftware – transparent und detailliert auch für die Konzernbuchhaltung. Günstige Shareware Programme als direkte Downloads im Software Portal. Bis zu 70% sparen durch Preisvergleich. |
||
|
Die Bash bietet dem Anwender zahlreiche Möglichkeiten, ihr Verhalten an seine Wünsche anzupassen. Die meisten Einstellungen können zunächst einmal temporär -- quasi "auf Probe" -- in einer Sitzung vorgenommen werden. Haben sich die entsprechenden Einstellungen bewährt, dann empfiehlt es sich, sie in eine Konfigurationsdatei zu übernehmen, damit sie von nun an immer zur Verfügung stehen. Anders als viele andere Programme verwendet die Bash eine ganze Reihe von Konfigurationsdateien, die abhängig von der Einsatzweise ausgewertet werden.
Die Einstellungen der Shell durch Variablen in den Konfigurationsdateien und "on the fly" durch den Anwender werden oft mit dem etwas verwirrenden Begriff (Custom) "Environment" beschrieben. Dabei umfasst dies meistens die Readline-Einstellungen, Bash-Variablenzuweisungen und die ausgewählten Bash-Modi. Dieses Environment hat aber nichts mit der Programmumgebung zu tun, siehe dazu den Kasten. Bei der Bash müssen auch einige andere Begriffe streng unterschieden werden: Shelloptionen heißen die Optionen der Bash. Sie werden in den meisten Fällen durch die Bash-Modi (also verschiedene "Zustände" der Shell) repräsentiert. Ein einfaches Beispiel erklärt die Zusammenhänge: Der Editiermodus einer interaktiven Bash kann durch
$> set -o viin den vi-Modus bzw. durch
$> set -o emacszurück in den Emacs-Modus geschaltet werden.
Shellvariablen werden von der Bash intern ausgewertet. Die aus der Bash aufgerufenen Programme lesen und interpretieren die Umgebungsvariablen, die ihr Verhalten beeinflussen. Umgebungsvariablen sind in dem "Environment" gespeichert und werden an die von der Bash gestarteten Prozesse weitergegeben, sofern sie als "exportierbar" markiert wurden.
Es gibt aber eine Reihe von Umgebungsvariablen, die sinnvollerweise nur durch die Shell selbst ausgelesen und gesetzt werden sollten, etwa $PWD -- der Name leitet sich vom eingebauten Befehl pwd (print working directory) ab und enthält das aktuelle Verzeichnis.
Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Environment ist im Zusammenhang mit einer Shell aber eine andere: Als Environment wird die Gesamtheit der Umgebungsvariablen und einiger anderer Parameter wie der PID des Prozesses und die des aufrufenden Prozesses, das kontrollierende Terminal, etc. bezeichnet, wie sie beim Start eines Programms (in diesem Zusammenhang wird der Terminus Prozess verwendet) definiert sind.
Prozess: Ein gerade laufendes Programm wird unter Linux als
Prozess bezeichnet. Zu einem Prozess gehören neben der ausführbaren
Datei noch weitere Informationen: das Environment, Daten über den
Prozess selbst und über den Prozess, von dem er gestartet wurde
(Vater-Prozess). Prozesse
werden über die ihnen zugeordnete Prozessidentifikationsnummer (PID)
identifiziert, nicht etwa über den Programmnamen.
Programme sind unter Linux einfach ausführbare Dateien, also
binäre (kompilierte) Programme oder interpretierte Skripte. Die
Ausführbarkeit einer Datei wird anhand des x-Bits bei den
Dateiattributen festgestellt und festgelegt.
Login-Shell: Die Shell, die nach der Anmeldung am System
(Login) verwendet wird, bildet die Basis für alle weiteren Prozesse.
Sie wird daher besonders aufwendig konfiguriert. Die von ihr aus
gestarteten Prozesse (beispielsweise interaktive Shells) "erben" die
meisten Einstellungen.
Als interaktive (Sub) Shell werden die "normalen" Shells für den
Anwender bezeichnet, die ihm in Terminals oder virtuellen Konsolen zur
Verfügung stehen.
Eine nicht interaktive (Sub) Shell tritt nur bei der
Bearbeitung von Shell-Skripten auf. Sie dient dann als Interpreter der im
Skript vorhandenen Befehle.
Wenn eine Shell eine weitere Shell startet, sprich man von einer
Subshell. Diese erbt wesentliche Eigenschaften von der ersten,
u. a. das Environment. Alle von einer Login-Shell aus gestarteten
Shells können als Subshell bezeichnet werden.
Environment: Eine Anzahl von (Environment-) Variablen, deren
Inhalt dem Prozess Informationen über die Umgebung gibt, in der sich
die Ausführung abspielt. So ist im Environment der Typ der Shell
gespeichert, die den Prozess gestartet hat, das Terminal, mit dem er
verbunden ist, und vieles mehr. Die wichtigsten Teile des Environments
können mit dem Befehl printenv angezeigt werden Mit dem
Befehl env kann ein Environment vom Anwender vor dem
Programmstart modifiziert werden. Einzelne Variablen stellen die
Shell-Befehle (declare oder export auf der Bash
oder setenv bei der C-Shell) ein.
Beim Start liest die Bash eine Reihe von Konfigurationsdateien ein, interpretiert deren Inhalt und übernimmt bestimmte Einstellungen. Was dabei genau geschieht, hängt von mehreren Faktoren ab.
Zum einen kann die Bash in drei unterschiedlichen Weisen eingesetzt werden -- bei jeder dieser Einsatzweisen liest die Shell andere Konfigurationsdateien ein; zum anderen werden jeweils mehrere Alternativen der Konfigurationsdateien gesucht. Die erste gefundene Datei wird dann eingelesen. Weitere werden nicht mehr gesucht.
Eine interaktive Bash verwendet für den Befehlszeileneditor zusätzlich die Einstellungen aus der Konfigurationsdatei .inputrc. Diese Datei wird zunächst im Home-Verzeichnis des Anwenders gesucht, ist sie dort nicht vorhanden, wird im Konfigurationsverzeichnis /etc/ nach der Datei inputrc gesucht.
Einige Versionen der Bash (z. B. die von SuSE Linux verwendete) suchen als interaktive Shell zunächst im Konfigurationsverzeichnis /etc/ nach systemweit gültigen Einstellungen in der Datei bash.bashrc. Diese ist aber normalerweise nicht vorhanden bzw. leer. Anschließend und unabhängig davon, ob diese Datei gefunden wurde, wird die persönliche Konfigurationsdatei .bashrc im Home-Verzeichnis des Anwenders eingelesen.
Damit bei einer Login-Shell auch Funktionen einer interaktiven Shell zur Verfügung stehen, wird am Ende der Login-Konfigurationsdatei oft auch die persönliche Konfigurationsdatei im Home-Verzeichnis des Anwenders eingelesen.
SuSE Linux löst die Konfiguration der Bash in folgender Weise: Die systemweite Konfiguration erfolgt in der Datei /etc/profile, an deren Ende weitere Konfigurationsdateien eingelesen werden:
...
test -e /etc/SuSEconfig/profile && . /etc/SuSEconfig/profile
...
test -d /etc/profile.d && \
{
for s in /etc/profile.d/*.sh ; do
test -r $s && . $s
done
}
...
test -e /etc/profile.local && . /etc/profile.local
Einige Anmerkungen zu diesen Zeilen: Die bei der Installation erzeugten Konfigurationsdateien tragen alle den expliziten Hinweis, dass diese Dateien nicht manuell verändert werden sollen! Zum test-Befehl: Dieser wurde im letzten Teil vorgestellt, deshalb hier nur soviel: Mit der Option -d (directory) prüft der Befehl, ob das im folgenden Argument angegebene Verzeichnis existiert. Wenn ja, werden die folgenden Befehle ausgeführt. In diesem Verzeichnis sind für die spezielle Programmpakete benötigten Initialisierungs-Dateien vorhanden. Ähnlich verhält es sich bei der Option -r (read): Durch sie wird nach lesbaren Dateien (vorhanden und mit Leseberechtigung versehen) gesucht. Entsprechendes gilt für die Option -e (execute): Diese bewirkt den Test, ob die im Argument angegebene Datei ausführbar ist.
Befehle in der Datei /etc/profile sollen immer in einer zur "Ur"-Shell kompatiblen Syntax benutzt werden, da bei verschiedenen Shells die Grundkonfiguration über diese Datei erfolgt. Oft wird in dieser Datei daher nur ein minimales Environment definiert und die eigentliche Konfiguration in andere Dateien ausgelagert. Lokale (distributionsspezifische) Anpassungen werden gern in einer externen Datei vorgenommen, wie dies in dem Beispiel oben anhand der Datei /etc/profile.local gezeigt wurde.
Logout: Auch beim Verlassen der Shell können von der Bash noch automatisch Befehle ausgeführt werden. Das ist besonders praktisch, wenn man es sich zur Aufgabe macht, die Arbeiten des Tages zu sichern, Aufzuräumen (temporäre Dateien, Core-Dumps (Programmleichen) etc. zu löschen) oder vieles mehr. Die Bash führt beim Eintreffen eines exit-Befehls die Datei .bash_logout im Home-Verzeichnis des Anwenders aus. Nicht alle Versionen der Bash werten diese Datei korrekt aus.
Achtung: Beim Update des Systems sollten inzwischen alle Distributionen veränderte Konfigurationsdateien erkennen und unangetastet lassen. Bei Verwendung von rpm (Red Hat Package Manager) werden modifizierte Dateien mit der Endung .rpmsave oder .rpmorig versehen. Um jederzeit auf die persönlichen Einstellungen zugreifen zu können, ist es sinnvoll, wenn diese in einer speziellen Datei gespeichert werden. Unter SuSE Linux wird beispielsweise die automatische Auswertung der Datei ~/.alias durch die folgende Abfrage in .bashrc veranlasst:
test -e ~/.alias && . ~/.alias
Das Einlesen von Konfigurationsdateien kann beim Start der Bash durch die Befehlszeilenoptionen --noprofile und --norc unterbunden werden. Alternative Konfigurationsdateien können für die Bash als Argument der Option --rcfile angegeben werden.
Die Grundeinstellungen der Bash werden wie oben beschrieben als "Modi" bezeichnet. Sie haben Einfluss auf viele interne Funktionen, wie dies leicht am Beispiel der Editierfunktionen nachvollzogen werden kann. Im Emacs-Modus werden andere Tastenbindungen unterstützt als im vi-Modus.
Bash-Modi werden entweder beim Start der Shell als Befehlszeilenoptionen angegeben oder in einer laufenden Shell durch die (elementaren) eingebauten Befehle set oder shopt (erweiterte Funktionen) aktiviert.
Viele grundlegende Funktionen, die bereits bei der Bash-Version 1.x vorhanden waren, werden mit diesem Befehl eingestellt. Die allgemein gültige Syntax für diesen Befehl lautet:
set Variable Wert set +/- Option
Die erste Variante entspricht der Variablenzuweisung bei der "Ur"-Shell; auf einer Bash gibt es elegantere Möglichkeiten. Mit der zweiten Form werden die Shell-Variablen gesetzt. Der set-Befehl kann die in der Tabelle 1 zusammengefassten Shell-Variablen einstellen. Die aktuellen Einstellungen sind über die Umgebungsvariable $- zugänglich:
$> echo $- ahimpBH
Ohne eine Optionsangabe bewirkt der Aufruf von set die Auflistung aller Einstellungen zur Laufzeit:
$> set
BASH=/usr/bin/bash
BASH_VERSINFO=([0]="2" [1]="...
...
XNLSPATH=/usr/X11R6/lib/X11/nls
_=bash
ignoreeof=10
no_proxy=localhost
-=()
{
popd;
ls $LS_OPTION
}
...
ucdrom=()
{
umount /cdrom/ && eject /cdrom
}
Zunächst werden alle deklarierten Variablen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet (BASH=... bis no_proxy=localhost). In dieser Liste treten auch einige "interne" Variablen auf: BASH_VERSINFO ist ein Array, in dem in fünf Feldern Informationen zur aktuellen Bash enthalten sind. Der DIRSTACK enthält in mehreren Feldern die mittels pushd gespeicherten Verzeichnisnamen. Diese können der Reihe nach durch popd wieder vom Stack genommen werden.
An die Liste deklarierter Variablen schließen sich ohne Lücke die Definitionen aller vorhandenen Funktionen an (-=()... bis zum Ende). Shell-Funktionen wurden im letzten Teil des Bash-Kurses vorgestellt.
|
Eine andere Anwendung von set sahen Sie im Skript testlp in der letzten Folge. Dort wurde durch
set -- `ls -l $lp`die Ausgabe von ls -l in Form von Positionsparametern verfügbar gemacht.
Mittels set gesetzte Variablen (Option -v) können ebenso wie Funktionen (Option -f) durch unset wieder aus dem Environment gelöscht werden.
Mit der Einführung der Bash-Version 2.0 gibt es viele neue Konfigurations-Features. Sie werden durch den "erweiterten Konfigurationsbefehl" shopt gesetzt oder angezeigt.
$> shopt cdable_vars off cdspell off checkhash off ... $> echo $SHELLOPTS braceexpand:hashall:histexpand:monitor:...
Die aktuellen Optionen sind über die Variable SHELLOPTS zugänglich.
|
In Tabelle 2 sind die wichtigsten Bash-Optionen aufgeführt, die mittels shopt gesetzt werden können. Eine vollständige Liste ist in [2] enthalten. Der Befehl verfügt über folgende Optionen: -p (print) gibt eine Liste der aktuellen Einstellungen aus, -s (set) setzt die im Argument angegebene Option, -u (unset) löscht sie. Durch -q (quiet) wird die Ausgabe des Befehls unterdrückt, wie dies in Skripten praktisch sein kann. Durch -o beschränkt sich die Wirkung von shopt auf die durch set -o gesetzten Optionen.
Auch die Konfiguration der Bash birgt keine unüberwindbaren Hindernisse. Viele Features lassen sich einfach und unabhängig voneinander einstellen. Die Einstellungen sollten nach einer gewissen "Erprobungsphase" in die entsprechenden Konfigurationsdateien übernommen werden, damit sie immer zur Verfügung stehen. (hge)
[1] K. Günther: Kompaktreferenz Linux, MITP 2000
[2] Zilm, Th., Grelck, K.: Linux -- die User-Referenz, MITP 1999
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite
|
Datenschutz |
© 2010 Linux New Media AG
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[EasyLinux]
[Linux-Community]
[Ubuntu User]
[Linux Technical Review]
[Linux Magazine]
[Linux Pro Magazine]
[Ubuntu User]
[EasyLinux Poland]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[EasyLinux Brasil]
[Linux Magazine Spain]