logoOL.gif
user_gelb_schwarz_or.gif
logoUL.gif
logoUR.gif claim.gif
LinuxUser LinuxCommunity EasyLinux Linux-Magazin International
      Anzeige
TFT Monitor bei Mercateo kaufen.
Neues Netbook? Ein Preisvergleich lohnt sich.
Bei uns finden sie Notebooks, PDAs und Drucker mit Testberichten und Tipps.
Diamant Buchhaltungssoftware – transparent und detailliert auch für die Konzernbuchhaltung.
Günstige Shareware Programme als direkte Downloads im Software Portal.
Bis zu 70% sparen durch Preisvergleich.
      Anzeige

Erschienen in LinuxUser 04/2001   »   Ausgabe bestellen

Linux Mandrake 7.2 R2 im Test

Schlagwort: Der innovative Aufsteiger

von Andreas Huchler


Noch vor zwei Jahren im deutschsprachigen Raum höchstens als Geheimtipp gehandelt hat sich Linux Mandrake, ein Red-Hat-Abkömmling französischer Herkunft, in letzter Zeit für viele Anwender zu einem wahren Kult-System entwickelt. LinuxUser hat sich für Sie die (noch) aktuelle Version 7.2 R2 angeschaut.

Der derzeitige Erfolg von Linux Mandrake lässt sich auf zwei grundlegende Entscheidungen des Herstellers MandrakeSoft zurückführen: die Wahl von Red Hat als Basissystem und die Entscheidung, alle distributionseigenen Adminstrations-Tools (samt Handbücher!) unter die Bedingungen der GPL zu stellen. Die Entscheidung für nahezu 100%-ige Red-Hat-Kompatibilität sichert die größtmögliche Verfügbarkeit und Lauffähigkeit topaktueller GPL-Software. Die GPL-Lizensierung der Mandrake-eigenen Tools sorgt darüber hinaus für eine große Akzeptanz bei den Anwendern und Entwicklern. Dies wiederum erhöht deren Bereitschaft zur unentgeltlichen Mitarbeit bei der Weiterentwicklung von Mandrake.

Installation

Abb. 1: Inzwischen Standard bei den meisten Distributionen: ein grafisches Partitionierungs-Tool

Der grafische Installer wirkt auf den ersten Blick etwas arg bunt. Umgeht man einige potentielle Einsteiger-"Fallen", so erfüllt er aber seinen Zweck ganz gut. Bis zur Mauskonfiguration muss man sich als Besitzer einer USB-Maus per Tastatur (Leertaste / Tab) durch den Installer hangeln. "Falle" Nummer 1 lauert auf den unwissenden Mandrake-Neuling bei der Wahl der Installationsklasse. Kontra-intuitiv sollten hier auch absolute Neulinge den Auswahl-Button Experte, zumindest aber Benutzerdefiniert auswählen. Bei der Wahl des Einsatzgebiets empfiehlt sich bei ausreichendem Plattenplatz (ca. 1.5 bis 2 GB) der Button Entwickler-Plattform. Hintergrund: Mandrake überspringt nämlich im Anfänger-Modus wichtige Menüpunkte (z. B. Partitionierung), bei denen Sie im Normalfall doch ein Wörtchen mitreden wollen. Bei Entwickler-Plattform werden fast alle Pakete (auch neuere Bibliotheken) installiert, die die Erweiterbarkeit des Systems beträchtlich vereinfachen. Auch für Hardware-Laien recht anschaulich ist anschließend die grafische Festplattenpartitionierung. Eine zweite potentielle "Falle" erwartet den naiven Benutzer weniger bei der Erstellung, als vielmehr beim tatsächlichen Gebrauch der sogenannten Auto-Installations-Diskette. Der Installer partioniert nämlich unter Umständen ohne Rückfrage eine evtl. bestehende Windows-Partition um! Bei der Auswahlliste der automatisch startenden Systemdienste sollte man schließlich noch den Dienst ypbind (NIS) deaktivieren, um eine längere Wartezeit beim Booten zu vermeiden. Wer diese "Fallen" berücksichtigt, wird mit dem Installer normalerweise ohne größere Probleme zurechtkommen. Mandrake bietet übrigens ähnlich wie SuSE standardmäßig auch das Journaling-Dateisystem Reiserfs als Partitionstyp an.

Erstkonfiguration

Abb. 2: DrakConf erleichtert den anfallenden Administrationsaufwand zum Teil erheblich

Linux Mandrake setzt in Sachen Konfiguration (DrakConf) auf eine gesunde Mischung aus etablierten Red-Hat-Tools (linuxconf, sofortiges Update auf neuere Version empfehlenswert!, Kudzu) und zum Teil innovativen Eigenentwicklungen (Harddrake, DrakGW,...). Dadurch wird die grundlegende Systemadministration auch für Neulinge relativ einfach. Eine der größten Schwächen ist allerdings die stiefmütterliche Behandlung von ISDN- und (neuerdings auch) xDSL-Nutzern. Hier besteht dringender Verbesserungsbedarf, denn nicht jeder hat Lust und das erforderliche Know-How, sich wegen der fehlenden ISDN-Unterstützung einen eigenen Kernel zusammenzubauen.

Erweiterbarkeit

Hier spielt Mandrake seine eigentlichen Stärken aus. Etwas lästig ist zwar die lange Zeit, die das distributionseigene rpm-Frontend rpmDrake bei jedem Aufruf benötigt, um die RPM-Datenbank zu aktualisieren. Dafür löst es aber in der Regel nach einmaligem Einlesen aller Mandrake-CDs auch bestehende Paketabhängigkeiten selbständig auf. Wie einleitend bereits angedeutet, profitiert Mandrake momentan von einer breiten Unterstützung durch freie Software-Entwicklern. Neben den FTP-Servern von Mandrake selbst (Security updates, Cooker) gibt es inzwischen eine Reihe weiterer Software-Portale, die sich um die schnelle Bereitstellung von "nativen" Mandrake-Binärpaketen kümmern (z. B. http://www.freezer-burn.org/rpm.php). Sollte es wider Erwarten mal für ein neues GPL-Programm noch kein Pentium-optimiertes Mandrake-Binary geben, dann funktioniert in der Regel auch das entsprechende Red-Hat-6.2-i386-Binary (http://www.rpmfind.net).

Fazit

Mandrake 7.2 R2 ist ein innovatives Linux-System für etwas fortgeschrittenere Desktop-Anwender, Entwickler und Heim- und Hausadministratoren, die sich bei Bedarf auf den aktuellsten Stand des unter Linux technisch Möglichen bringen wollen. Hier und da muss man sich jedoch momentan noch mit ein paar lästigen Konfigurationshürden (z. B. ISDN) herumschlagen. Ab Mai/Juni 2001 soll übrigens der Nachfolger Mandrake 8.0 erhältlich sein. (ahu)

Linux Mandrake 7.2 R2

+ grafisches Konfigurations-Tool DrakConf (GPL)
+ Innovativ und leicht erweiterbar
-- Installationsprogramm noch verbesserungsfähig
-- Einbindung bestimmter Hardware (z. B. ISDN, xDSL) nicht trivial

© Copyright 1999-2001 Linux New Media AG

Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.




Druckerfreundliche Version | Feedback zu dieser Seite | Datenschutz | © 2010 Linux New Media AG

[Linux-Magazin] [LinuxUser] [EasyLinux] [Linux-Community] [Ubuntu User] [Linux Technical Review] [Linux Magazine] [Linux Pro Magazine] [Ubuntu User]
[EasyLinux Poland] [Linux Magazine Poland] [Linux Magazine Brasil] [EasyLinux Brasil] [Linux Magazine Spain]