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GambasGrundlegendes Programmierenvon Frank Wieduwilt |
Für viele Umsteiger auf Linux war der Verlust einer einfachen Programmiersprache wie Basic, mit deren Hilfe schnell und unkompliziert Programme geschrieben werden können, schwer zu verschmerzen. Gambas [1] steht für "Gambas Almost Means BASic" und stellt ein Visual-Basic-ähnliches Programmiersystem auf die Beine. Der Autor von Gambas, Benoît Minisini, hat eine Software entwickelt, mit der Sie grafische Oberflächen mit wenigen Mausklicks erstellen und den Quelltext in einem komfortablen Editor schreiben.
Sie finden Gambas auf der Projekt-Homepage und auf unserer Heft-CD im Verzeichnis... Zum Übersetzen benötigen Sie neben den Gambas-Quellen noch QT in einer Version > 3.0.2. Benutzer von SuSE Linux in der Version 8.0 benutzen bitte Gambas 0.37, das ebenfalls auf der Heft-CD zu finden ist, da Gambas 0.38 mit dieser Distribution nicht zu übersetzen ist.
Um das Archiv gambas-0.38.tar.gz auszupacken, geben Sie auf der Konsole den Befehl tar -xzvf gambas-0.38.tar.gz ein. Jetzt wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis gambas-0.38 (cd gambas-0.38)) und geben nacheinander die Befehle ./configure, make und als root make install ein. Das Programm ist jetzt installiert und wird durch Eingabe von gambas & in einer Shell gestartet.
Nach dem Start präsentiert das Programm einen Dialog, in dem Sie auswählen, ob Sie ein neues Projekt anlegen oder ein bestehendes öffnen möchten. Nach der Auswahl von New Project fragt Sie Gambas nach dem Verzeichnis, in dem die zum Projekt gehörenden Dateien gespeichert werden und öffnet schließlich eine Reihe von Fenstern, in denen Sie die zum Projektdateien bearbeiten (siehe Abbildung 1).
Links sehen Sie ein Übersicht über das aktuelle Projekt in einer Baumstruktur, oben eine Auswahl von GUI-Elementen zum Einfügen in die Programmoberfläche und rechts schließlich das Eigenschaftsfenster des ausgewählten Elements. Sie beginnen die Programmierung damit, dass Sie ein oder mehrere Fenster, in Gambas Forms genannt, zeichnen.
Zum Herstellen der Formulare steht ein grafisches Tool, der Form-Designer, zur Verfügung. Mit seiner Hilfe plazieren Sie die einzelnen Elemente der Programmoberfläche wie in einem Zeichenprogramm auf dem Fensterhintergrund (Abbildung 2). Alle wichtigen Bauteile, wie z. B. Buttons, Textfelder, Comboboxen, Baum- und Tabellenansichten und Bildfelder sind vorhanden.
Sie wählen das gewünschte Element aus der Toolbox und ziehen es im Formularfenster auf die richtige Größe. Die Eigenschaften bearbeiten Sie im Properties-Fenster. Ein Raster unterstützt Sie beim genauen Ausrichten der einzelnen Teile.
Im Properties-Fenster legen Sie den Namen und das Aussehen des Elements fest. Ein Doppelklick auf das Element öffnet den Quelltext-Editor, in dem Sie die Anweisungen für die verschiedenen Ereignisse, auf die es reagiert, schreiben.
Jedes GUI-Element verfügt über eine Reihe von Eigenschaften, wie z. B. Farbe, Größe und Position und über verschiedene Methoden. Sie verschaffen sich einen Überblick über die Möglichkeiten, die hinter einem Element stecken, indem Sie den Component Explorer aufrufen (Abbildung 3). Hier wählen Sie links das gewünschte Objekt; rechts sehen Sie alle Eigenschaften und Methoden.
Menüs erstellen Sie mit einem komfortablen Menü-Editor, den Sie über das Kontextmenü auf einer Form erreichen (Abbildung 4). Leider hat der Menü-Editor in der vorliegenden Version noch einen Bug: Es ist nicht möglich, einen Menüpunkt mit einem Umlaut beginnen zu lassen.
Zum Bearbeiten des Quelltextes steht ein Editor zur Verfügung, der auf den ersten Blick etwas spartanisch ausgestattet ist (Abbildung 5). Erst ein beherzter Klick mit der rechten Maustaste in das Editor-Fenster bringt ein umfangreiches Kontextmenü zum Vorschein, das alle zum Bearbeiten von Quelltext notwendigen Befehle enthält. Im Editor setzen Sie bequem Haltepunkte und wählen Variablen zur Überwachung durch den Debugger aus.
Wünschenswert wäre eine noch stärkere Unterstützung von Tastenkürzeln und Funktionstasten, um während des Schreibens nicht immer zwischen Tastatur und Maus hin- und herwechseln zu müssen. Schön ist jedoch, dass der Editor Basic-Schlüsselworte automatisch in Großbuchstaben setzt und Befehle und Kommentare einfärbt.
Sie passen den Editor ganz an Ihre Wünsche an, indem Sie die Farben für den Texthintergrund und das Syntax Highlighting einstellen. Leider ist es nicht möglich, den Lieblings-Editor, etwa Kate oder Emacs in Gambas einzubinden. Da aber alle Formulare und Klassen im Textformat gespeichert werden, können Sie einen anderen Editor zum Schreiben von Quelltext verwenden und das Programm anschließend von Gambas übersetzen lassen.
Das Suchen von Fehlern im Quelltext artet schnell zu enormer Arbeit aus. Gambas unterstützt den Entwickler mit einem Debugger, mit dessen Hilfe Sie Variablen während der Programmausführung überwachen und an Haltepunkten unterbrechen können (Abbildung 6).
Gambas verfügt über einen Compiler, der den Basic-Quelltext in ein ausführbares Programm übersetzt. Sie starten den Übersetzungsvorgang mit der Taste [F7]. Falls alles glatt geht, befindet sich die ausführbare Datei, die den Namen des Projekts trägt, anschließend im Projektverzeichnis. Um das Programm ausführen zu können, muss QT installiert sein.
Auf der Gambas-Homepage und auf unserer Heft-CD finden Sie ein umfangreiches Sprachverzeichnis, die Gambas Language Encyclopaedia, die auch einige Programmbeispiele enthält. Die Datei ist im PDF- und StarOffice-5.2-Format gespeichert.
Gambas ist ein interessantes Projekt. Schon jetzt lassen sich kleinere Programme schreiben, Abstürze gab es im Testlauf nicht. Die Programmentwicklung geht dank grafischer Helferlein schnell von der Hand; die erzeugten Programme sind angenehm klein. Für eine der kommenden Versionen ist ein verbesserter Debugger und eine Komponente zum Datenbankzugriff geplant. (hej)
| Infos |
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[1] Projekt-Homepage: http://gambas.sourceforge.net |
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Last modified: 2008-04-22 13:54
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