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Erschienen in LinuxUser 06/2003   »   Ausgabe bestellen

Synchronisation von allem und jedem

KitchenSync

von Carsten Niehaus


Benutzt man mehr als einen Computer, um persönliche Informationen wie Adressen und Termine zu verwalten, braucht man ein Programm zum Datenabgleich. Mit KitchenSync wird ab KDE 3.2 ein solches Programm zur Verfügung stehen.

Datensynchronisation ist hin und wieder ein Problem unter Linux. Das OPIE-Team [1] brauchte eine Software, mit dem das KDE-Adressbuch und das OPIE-Adressbuch kommunizieren können. Als Lösung hat Holger Freyther das Programm KitchenSync entwickelt.

Die Entwickler legten von Anfang an Wert darauf, dass nicht nur diese beiden Programme, sondern, sobald entsprechende Filter geschrieben sind, theoretisch alle PIM-Applikationen darüber Daten austauschen können.


PIM: Mit PIM bezeichnet man das Personal Information Management, also die Verwaltung persönlicher Daten wie Adressen und Termine.

Abb. 1: Die Oberfläche von KitchenSync ist übersichtlich und intuitiv zu bedienen

Bis KDE 3.2 erscheint, sind die Filter für die meisten gängigen PIM-Applikationen fertig. Welche Filter bereits funktionieren, entnehmen Sie dem Kasten Geräte und Programme. In diesem Artikel stellen wir die Synchronisation mit KAdressBook und KOrganizer vor.

Um KitchenSync zu benutzen, brauchen Sie nicht zwangsläufig KDE. Es werden jedoch die KDE-Bibliotheken kdelibs und Qt 3.1.x benötigt, die bei allen gängigen Distributionen verfügbar sind. Sind diese Bibliotheken installiert, können Sie KitchenSync zum Beispiel auch unter GNOME betreiben.

Konfiguration

Da KDE 3.2 noch nicht erschienen ist, müssen Sie KitchenSync zur Zeit noch selbst kompilieren. Für den LinuxUser hat das OPIE-Team jedoch eine aktuelle Version zusammengestellt [3].

Im Folgenden gehen wir davon aus, dass Qt und KDE mit den Entwicklerpaketen installiert und die Pfade $KDEDIR und $QTDIR gesetzt sind. Nun führen Sie folgende Befehle aus:

$ tar xfvj ks-linuxuser.tar.bz2
$ cd kitchensync
$ ./configure --prefix=$KDEDIR --enable-debug
$ make
$ su -c "make install"

Nachdem Sie Ihr Root-Passwort eingegeben und mit [Enter] bestätigt haben, wird KitchenSync installiert und kann ab sofort mit kitchensync gestartet werden.

Um mit Ihrem PDA, also zum Beispiel einem Sharp Zaurus oder einem iPAQ, synchronisieren zu können, muss dieser natürlich eine Verbindung zum Computer haben. Üblicherweise geschieht dies über ein USB-Net, also ein Netzwerk über ein USB-Kabel. Jedoch funktionieren auch andere Verbindungen, wie zum Beispiel über die serielle Schnittstelle oder eine Compact-Flash-Netzwerkkarte.

Ist das Netzwerk bereits in Betrieb, hat ihr PDA eine Netzwerk-IP-Adresse. Wenn Sie diese nicht kennen, finden Sie sie mit dem Befehl ifconfig heraus.

Aus Sicherheitsgründen verbietet OPIE, dass von außen Daten verändert werden können. Daher müssen Sie zum Synchronisieren entweder alle IPs oder zumindest die IP Ihres PCs für den Datenaustausch freigeben. Dies geschieht in dem Programm Sicherheit (wenn Sie OPIE auf Englisch betreiben: Security).

Das Synchronisieren

Ihr PDA ist nun vorbereitet; was noch fehlt, ist die Einrichtung von KitchenSync selbst. Starten Sie KitchenSync und rufen Sie den Menüpunkt Settings / Configure Devices auf. Sie wollen ein neues Gerät einrichten, also wählen Sie Add. Im folgenden Menü wählen Sie den QTopia-Konnektor aus.

Abb. 2: Die Verbindung zwischen KitchenSync und einem OPIE-PDA ist hergestellt

Abb. 3: KitchenSync synchronisiert Dateien mit einem OPIE-PDA

Später wird KitchenSync mit Programmen wie dem Palm-Adressbuch kommunizieren können. Dann gäbe es beispielsweise einen Palm-Konnektor. Bestätigen Sie mit Next und geben Sie als Nutzernamen root und als Passwort rootme ein -- das sind die Standardwerte von OPIE. Falls Sie diese geändert haben, geben Sie das richtige Passwort ein.

Wie oben beschrieben, müssen Sie die IP Ihres PDA kennen. Diese geben Sie unter Destination Address ein und wählen außerdem aus, ob Sie OPIE oder das Sharp ROM benutzen. Wenn Sie einen Sharp Zaurus besitzen und an der Software bisher nichts verändert haben, nutzen Sie noch das Sharp ROM.

Die Verbindung, die Sie gerade einrichten, braucht einen Namen, zum Beispiel Mein Zaurus. Zum Beenden klicken Sie einfach auf Finish und aktivieren im folgenden Dialog die soeben erstellte Verbindung.

Damit KitchenSync weiß, was es synchronisieren soll, müssen Sie ihm das noch mitteilen. Dazu erstellen Sie unter Settings / Configure Profiles mit Add ein neues Profil. Suchen Sie die Applikationen aus, die Sie synchronisieren lassen wollen, also zum Beispiel Ihr Adressbuch. Geben Sie dem Profil außerdem einen aussagekräftigen Namen wie OPIE-Profil. In Settings / Configure Current Profile geben Sie den Pfad zu Ihren Dateien an, also zum Beispiel für den Kalender von KOrganizer: /.kde/share/apps/korganizer/MyCalandar.ics. Damit haben Sie KitchenSync erfolgreich eingerichtet.

Die Synchronisation starten Sie mit einem Klick auf das Steckersymbol in der unteren linken Ecke. Es erscheint die Meldung Successfully authenticated -- Ihr Computer ist mit dem PDA verbunden. Nach einem Klick auf den Sync-Knopf mit den zwei verschlungenen Pfeilen sollte KitchenSync nun wie in Abbildung 3 aussehen.

Abb. 4: Nach der Synchronisation zeigt KitchenSync eine Zusammenassung an

Tipps und Tricks

Einige Zaurus-Nutzer berichten von Problemen, ein Netzwerk zwischen dem Zaurus und dem PC herzustellen. Es gibt jedoch zahlreiche Anleitungen, die dies sehr gut erklären [4]. Die Synchronisation zwischen KDE und den OPIE-Programmen funktioniert fast perfekt. Die einzige Einschränkung ist, dass OPIE ein paar Daten zulässt, die KAdressBook und der KOrganizer nicht kennen -- diese können natürlich auch nicht synchronisiert werden. Wenn Sie statt der KDE-Applikationen Evolution benutzen, sollte im Prinzip alles funktionieren. Jedoch sind gewisse Probleme beim Datenabgleich bekannt. Sichern Sie also auf jeden Fall ihre Daten, bevor Sie KitchenSync ausprobieren. Bedenken Sie dabei, dass es sich um Software in einem frühen Entwicklungsstadium handelt. Helfen Sie den Entwicklern mit Feedback und konstruktiver Kritik. (agr/hge)

Geräte und Programme
Noch funktionieren nicht alle Filter, die bis zum Erscheinen von KDE 3.2 geplant sind. Jedoch hat das KitchenSync-Team schon einige Filter fertig oder zumindest fest eingeplant. In der folgenden Liste kann KDEPIM auch durch Evolution ersetzt werden. Dabei treten allerdings noch Probleme auf.
Gerät/Software 1 Gerät/Software 2 Status
OPIE KDEPIM funktioniert
Casio Pocket Viewer KDEPIM funktioniert fast
Agenda Vr3 KDEPIM in Arbeit (benötigt sqlite)
SynCE KDEPIM in Arbeit
Siemens-Handys KDEPIM in Arbeit

Infos
[1] http://www.opie.info
[2] http://www.handhelds.org/~zecke/kitchensync.html
[3] http://www.handhelds.org/~zecke/ks-linuxuser.tar.bz2
[4] http://www.ruault.com/Zaurus/ethernet-over-usb-howto.html

Der Autor
Carsten Niehaus studiert zur Zeit in Osnabrück und verbringt viel Freizeit mit der Entwicklung und Übersetzung von OPIE und KDE. Zu erreichen ist er unter cniehaus@handhelds.org.

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