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MainActor v5 PreviewDes Schneiders neue Kleidervon Tim Schürmann |
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Neben dem freien Cinelerra [3] ist das kommerzielle MainActor das einzige ernst zu nehmende Videoschnittprogramm für Linux. Andere Programme, etwa Kino, bieten nicht das Gleiche. Die einfache Bedienung und der üppige Funktionsumfang machten MainActor schnell beliebt -- nun hat MainConcept endlich auch die runderneuerte Version 5 auf Linux portiert.
Die Produktpolitik des Herstellers war zuletzt wenig erfreulich: Lange bevor die 5 als Testversion herauskam, hatte MainConcept den Vorgänger 3.7 aus dem Programm genommen. Wer MainActor unter Linux nutzen wollte, musste sich ein SuSE Linux 8.2 Professional zulegen, da nur diese Distribution das Schnittprogramm gebundelt hatte.
Jetzt liegt unter [1] eine für SuSE Linux optimierte Preview zum kostenlosen Download bereit. Im Gegensatz zur endgültigen Fassung fehlt ihr noch Einiges, etwa die Unterstützung des MPEG-Formats oder die Aufnahmewerkzeuge. Ganz verzichten muss der Linux-Anwender auf die betriebssystemspezifischen Elemente der Windows-Version: Das bedeutet das Fehlen der "exotischeren" Videoformate -- obwohl man auf die libavi-Bibliothek hätte zurück greifen können.
Vor dem Download verlangt der Hersteller Namen und E-Mail-Adresse -- dann bekommt man eine RPM-Datei, die unter SuSE Linux nur der mit dem hauseigenen YaST2 installieren sollte, der auf seine alte MainActor-Version verzichten kann. Wer beide parallel nutzen möchte, sollte das RPM-Paket mit KPackage (aus dem Paket kdeadmin3) einspielen. Entfernen Sie hier nach dem Öffnen der RPM-Datei die Häkchen bei Aktualisieren und Pakete ersetzen -- unsere Preview zeigte sich alles andere als stabil.
MainActor auf anderen Ditsributionen zu installieren, ist etwas komplizierter. Im MainActor-Forum [2] finden Sie hilfreiche Tipps.
Als weitere Einschränkung blendet die Download-Version in jedes Video den Schriftzug MainActor 5.1 ein. Um ihn los zu werden, müssen Sie den Schlüssel kaufen; der schaltet nicht nur die Preview, sondern auch die finale und die Windows-Version frei. Umgekehrt lässt sich auch ein vorhandener Windows-Schlüssel für die Linux-Version nutzen. Update-willigen bietet MainConcept Sonderkonditionen an.
Das RPM-Paket entleert seinen Inhalt in das Verzeichnis /opt/MainActor_V5. Dort finden Sie auch das Hauptprogramm mactor. Das überrascht den erfahrenen MainActor-Anwender gleich mit der größten Neuerung: Die Benutzeroberfläche wurde in weiten Teilen umgekrempelt und mit einem neuen, modernen Anstrich versehen (Abbildung 3). Wem das Layout nicht gefällt, der kann sich sein eigenes zusammenstellen.
MainActor v5 orientiert sich deutlich am offensichtlichen Vorbild Adobe Premiere: Ein neuer Clip muss zunächst der Projektverwaltung im Browser-Fenster hinzugefügt werden, bevor man ihn von dort in die Timeline ziehen kann. Im Gegenzug erlaubt das erweiterte Öffnen-Dialogfenster eine Vorschau, in der auch gleich Ein- und Aussprungmarken oder einer der neuen Deinterlace-Filter gesetzt werden können.
Es dürfen nun mehrere Timeline-Fenster existieren. Das erleichtert gerade bei großen Projekten die Übersicht: Während eine Timeline den Vorspann enthält, beherbergt eine andere den Abspann. Später lässt sich dann der gesamte Film aus den einzelnen Timelines zusammensetzen.
Damit machen die Änderungen an der Timeline aber nicht halt. So fehlen die bekannten Spuren Va, Vb und Fx, über die in der alten Version die Transitionen (Überblendungen) arrangiert wurden. Im neuen MainActor verhalten sich diese stattdessen ähnlich wie Effekte: Alle Einstellungen erfolgen in einem separaten Effekte-Fenster. Innerhalb der Timeline erscheint für jeden Effekt lediglich ein kleiner Balken unterhalb des Videos.
Neben der neuen Oberfläche sind Keyframes die wesentliche Neuerung. Auf sie trifft man ansonsten nur in hochpreisigen Videoschnittprodukten. MainActor v5 ist damit der kostengünstige Einstieg ins Compositing.
Jeder erzeugte Keyframe verwaltet eigene Einstellungen für die jeweiligen Effekte; das gestattet deren bildgenaue Steuerung. MainActor berechnet selbstständig die passenden Einstellungen für alle dazwischen liegenden Bilder. So lässt sich z. B. die Helligkeit für unterschiedliche Teile eines Clips in unterschiedlicher Stärke festlegen. Polydiagramme, die die zeitliche Änderung eines Effekts anhand einer Kurve darstellen, unterstützen die Keyframes.
Die Auslagerung der Keyframes nebst Kurven in ein separates Fenster macht das bildgenaue Compositing etwas hakelig -- zumal bei Änderungen im Effektfenster die Vorschau nicht mitwandert. Es wird schnell zum Ratespiel, welchem Bild denn nun welcher Keyframe zugeordnet ist.
Das Programm bietet jetzt mehr Effekte und Übergänge; auch wenn der Hersteller bei den Audioeffekten bis auf einen Simple Audio Switcher geknausert hat. Ebenfalls der Schere zum Opfer fiel der umfangreiche 3D-Titelgenerator.
Der neue MainActor macht einen sehr guten Eindruck. Die endgültige Version muss MainConcept noch viel stabiler machen: Während unserer Tests stürzte das Programm immer wieder ab. Ebenfalls nicht ganz fehlerfrei funktionieren einige Listen: So streikte häufig die Dateiauswahl im Mediadateien hinzufügen-Fenster. Es wäre gut, wenn das Effektfenster -- zumindest in Teilen -- in die Timeline integriert würde. Da die Version für Windows aber bereits ohne solches Feature erschienen ist, wird es wohl beim frommen Wunsch bleiben.
Trotzdem macht diese Preview Appetit auf mehr. Ende des Jahres soll die endgültige Version kommen -- sagt MainConcept. (fan)
| Infos |
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[1] MainConcept: http://www.mainconcept.de
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