![]() |
|
||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
|
||
|
TFT Monitor bei
Mercateo kaufen.
Neues Netbook? Ein Preisvergleich lohnt sich. Bei uns finden sie Notebooks, PDAs und Drucker mit Testberichten und Tipps. Diamant Buchhaltungssoftware – transparent und detailliert auch für die Konzernbuchhaltung. Günstige Shareware Programme als direkte Downloads im Software Portal. Bis zu 70% sparen durch Preisvergleich. |
||
|
von Tim Schürmann
Obwohl bunte Animationen, Pop-Up-Fenster und aufwändige Grafiken etwas anderes vorspiegeln: Das Gerüst einer Internet-Seite unterscheidet sich von einer herkömmlichen Textdatei nur darin, dass es spezielle Befehle enthält, die dem Web-Browser Formatierungsanweisungen geben. Sie gehören zur Formatierungs- oder Auszeichnungssprache HTML (Hypertext Markup Language).
Die HTML-Kommandos umschließen Buchstaben, Wörter oder Absätze und teilen dem Browser mit, wie er die dazwischenliegenden Elemente darzustellen hat. So leitet beispielsweise der Ausdruck <###b> einen fett gedruckten Text ein -- das b steht für bold, dem englischen Wort für fett. Das Ende des fetten Abschnitts legt die Zeichenkette </b> fest. Der Schrägstrich (Slash) beschreibt unter HTML das Gegenstück zu einem Formatierungskommando, also den Ausschalter. Die HTML-Befehle heißen Tags und werden stets von den Zeichen < und > eingeschlossen.
Damit nicht jeder Browser-Hersteller sein eigenes Süppchen kocht, gründete sich 1994 das World Wide Web Consortium (W3C) und entwickelte HTML als Standardbefehlssatz. Heute gehören alle führenden Computer-Firmen zum W3C, das HTML inzwischen bis zu Version 4 ausgebaut hat. Diese gilt als die endgültige Fassung und wird nicht mehr weiter entwickelt. Stattdessen soll sie von XHTML abgelöst werden, einer Übersetzung von HTML in eine dem XML-Standard entsprechende Variante.
Leider begrenzt HTML den Seitengestalter stark in seinen Darstellungsmöglichkeiten. Insbesondere der gezielte Einfluss auf Schriftarten, eine genaue Positionierung von Elementen oder ein animiertes Menü sind sich damit nur schwer oder gar nicht zu erzielen. Deshalb verwenden viele Homepages Zusatzsprachen wie PHP.
Über Cascading Style Sheets (CSS) (Artikel "####" auf Seite ###) definiert der Web-Entwickler eigene Formatvorlagen. Durch dieses Konzept erlaubt CSS eine Trennung von Inhalt und Layout: In HTML notiert man nur noch den Text und bindet Bilder ein und formatiert das Dokument mit CSS-Befehlen. Auf diese Weise erreicht man ein einheitliches Layout für mehrere Seiten und erleichtert auch das Erstellen behindertengerechter Seiten.
| Kasten 1: Korrekter Code |
|
Auf dem Weg zu einer korrekten HTML-Seite lauern gleich mehrere Stolperfallen. Die ersten Hürden bilden Tippfehler und vergessene oder falsch verschachtelte Tags. Letztere treten häufig in Tabellen auf, wodurch dann beispielsweise die Zeilen in den Spalten stehen. Solche syntaktischen Fehler spüren so genannte Validatoren auf. Sie lesen ein Dokument ein und prüfen, ob es den Regeln des HTML-Standards entspricht. Das W3C bietet einen Validator unter http://validator.w3.org an. Die nächste Hürde bilden die Browser selbst. Die Programme verschiedener Hersteller oder Versionen unterstützen einige Elemente nur mangelhaft oder stellten sie unterschiedlich dar. Aus diesem Grund sollte man die eigene Seite in möglichst vielen verschiedenen Browsern begutachten. Etwas mehr als Validatoren leisten so genannte Lints. Sie überprüfen den HTML-Code nicht nur auf den syntaktisch korrekten Umgang mit dem Standard, sondern weisen auch auf möglicherweise auf Grund falscher Benutzereingaben auftretende Probleme und überflüssige Code-Elemente hin. |
Kennt man alle nötigen HTML-Befehle, lässt sich eine Homepage mit einem gewöhnlichen Texteditor wie Emacs, Vi oder KWrite gestalten. Die meisten Texteditoren kennen den HTML-Befehlssatz und heben die Tags farbig hervor (Syntax-Highlighting).
Dieses Vorgehen erscheint bei einfachen Seiten noch praktikabel, doch in großen Projekten verliert man nicht nur die Übersicht, auch Tippfehler werden wahrscheinlicher. Verschiedene Werkzeuge dreier Kategorien springen deshalb helfend ein. Die textbasierten Editoren, also auf HTML spezialisierte Texteditoren, verlangen dem Anwender die Kenntnis der HTML-Befehle ab. In Web-Generatoren hingegen erstellt man eine Seite wie in einem Grafikprogramm. Erst wenn das Layout stimmt, generiert das Werkzeug die eigentliche Internet-Seite. Das im Browser angezeigte Ergebnis weicht jedoch auf Grund der durch HTML gesetzten Grenzen oft von der Ansicht im Web-Generator ab. Einen Mittelweg gehen die so genannten WYSIWYG-Editoren. In ihnen bestimmt man das Layout ebenfalls per Mausklick -- allerdings von Beginn an nur innerhalb der Möglichkeiten von HTML.
Die Anzahl der Linux-Anwendungen der letzten beiden Kategorien bewegt sich leider auf niedrigem Niveau. Die WYSIWYG-Editoren lassen sich an einer Hand abzählen, Web-Generatoren existieren noch gar nicht. Besser sieht die Situation bei den textbasierten Editoren aus.
Als Oldtimer zählt der HTML-Editor August [1] (Abbildung ((1))) trotz eigentümlichen Namens nicht zu den Berühmtheiten seiner Art. Die letzte Version 0.63b stammt aus dem Jahr 2001, sie verrichtet ihren Dienst aber immer noch tadellos. Für den Betrieb setzt August lediglich ein installiertes Tcl/Tk-System voraus, das alle gängigen Distributionen mitbringen. Zusätzlich empfiehlt die Dokumentation die externen Programme Image Magick und Weblint. Mit ersterem ermittelt August Bildproportionen, Weblint klopft die Seiten auf Schwachstellen im Layout ab.
Auf der Heft-CD finden Sie August im Archiv august0.63b.src.tar.gz im Verzeichnis htmleditoren/august. Nach dem Entpacken startet das Kommando ./august im neuen Verzeichnis august0.63b.src den Editor. Die Oberfläche entspricht im Wesentlichen einem normalen Texteditor mit Syntax-Highlighting. Für einige Tags hält August Eingabemasken bereit, in denen man benötigte Parameter -- wie den Dateinamen bei Links oder die Ausrichtung eines Bildes -- per Mausklick festlegt.
Beliebige Textabschnitte speichert August als Vorlagen, so genannte Templates, die es beim Erstellen neuer Dokumente als Grundlage anbietet. Das mitgelieferte Template Basic Structure erstellt jedoch noch ein Dokument der HTML-Version 3.2, obwohl August HTML 4.0 ebenso versteht wie CSS.
Zur Vorschau auf das Ergebnis startet August über das Preview-Menü verschiedene Web-Browser. Zur Wahl stehen Netscape, Konqueror, die KDE-Hilfe und der Text-Browser Lynx. Diese Liste erweitert der Benutzer bei Bedarf beliebig. Auf korrekten Code prüft August eine Datei über Tools | Weblint Check, eine Rechtschreibprüfung fehlt allerdings. Die Hilfe gibt nur einen sehr groben Überblick über die Programmfunktionen.
Der HTML-Editor Bluefish [2] fügt sich mit seiner GTK-Oberfläche (Abbildung ((2))) stimmig in eine Gnome-Umgebung ein und dank einem großen Funktionsangebot erfreut er sich besonders unter Benutzern dieses Desktops zunehmender Beliebtheit. Doch gerade mit der Fülle der Möglichkeiten überfordert die Bluefish-Oberfläche Einsteiger zunächst. Sie lässt sich aber vielfältig anpassen. Häufig benutzte Funktionen legt man auf der Schnellzugriffsleiste ab. Daneben bietet das Programm eine Projektverwaltung und einen einfachen Stylesheet-Manager. Eine integrierte Vorschau fehlt, Bluefish weicht hierzu ebenfalls auf externe Browser aus.
Für die wichtigsten HTML-Elemente listet das Menü Dialoge eine Sammlung von Assistenten. Der Schnellstart-Assistent bietet eine Reihe von Meta-Tags, die den Kopf einer HTML-Datei mit Informationen über Autor oder Datum füllen. Auch beim Veröffentlichen von Fotosammlungen hilft ein eigener Assistent, der eine Reihe von Bilddateien entgegennimmt und daraus eine Seite mit Vorschaubildern generiert. Eine solche Funktion bietet kein anderes Programm unseres Testfelds.
Weitere Details nehmen dem Web-Gestalter lästige Arbeiten ab. Beispielsweise wandelt die erweiterte Ersetzen-Funktion automatisch Umlaute in die HTML-Kodierung um. Der Dialog ersetzt auf Wunsch sogar gefundene Ausdrücke in sämtlichen geöffneten Dateien -- das eignet sich, um innerhalb eines Projekts sämtliche Unterseiten gleichzeitig anzupassen.
Bluefish wurde zwar für die Arbeit mit HTML entwickelt, kommt aber auch mit anderen Formaten zurecht. Das Syntax-Highlighting funktioniert auch für XML und JavaScript sowie mit den Programmiersprachen C und Python.
Mit installiertem Ispell prüft Bluefish die Rechtschreibung eines Dokuments. Den Code selbst validiert es mit Hilfe der externen Programme Weblint oder Tidy. Um Flüchtigkeitsfehler schon im Vorfeld zu vermeiden, lassen sich verschiedene Eingabehilfen zuschalten. Auf Wunsch fügt Bluefish dann automatisch jedem Tag das abschließende Pendant hinzu oder schreibt alle Tags klein.
Eine Online-Hilfe fehlt Bluefish zwar, als Ersatz liegt aber das ausführliche Handbuch von der Projekt-Homepage auf der Heft-CD.
Wie August legt der Editor Erwin [3] den Schwerpunkt auf Performance und Übersichtlichkeit (Abbildung ((4))). Das Projekt existiert bereits seit 1999, wird aber nur langsam weiterentwickelt. Optisch orientiert es sich an Bluefish, dessen Funktionsumfang es allerdings bei weitem nicht erreicht. So bietet Erwin lediglich einen Assistenten für den Quickstart und eine Hand voll rudimentärer Pendants für Standardelemente wie die Integration von Tabellen oder Bildern.
Wie August fügt Erwin Formatanweisungen über Symbole oder entsprechende Menüpunkte ein. Die Tastenkombination [Strg-P] schließt das jeweils aktuelle Tag, jedoch ohne zu prüfen, ob das überhaupt nötig ist. Ebensowenig bietet Erwin eine Möglichkeit, das Gesamtdokument zu validieren. Immerhin existiert eine eingebaute Vorschau.
Auf die plattformübergreifende Programmiersprache Java setzt der Editor mit dem sperrigen Namen (X)HTML-Format [4] (Abbildung ((5))) und benötigt deshalb eine installierte Java-Umgebung. Das Programm kostet zwar nichts, den Quellcode behält der Autor jedoch für sich.
Die Zahl der von (X)HTML-Format angebotenen Funktionen liegt auf ähnlichem Niveau wie bei Bluefish. Das Werkzeug ersetzt Textpassagen über Dateigrenzen hinweg, wandelt Umlaute automatisch in HTML-Code und bietet eine Projektverwaltung sowie eine interne Vorschau -- die stellt jedoch selbst einfache Seiten fehlerhaft dar. Externe Web-Browser kommen aber bei Bedarf ebenfalls als Betrachter zum Einsatz.
Weitere nützliche Programme und Links finden sich im Extras-Menü. Hierzu gehört beispielsweise die Anmeldung in Suchmaschinen. Die meisten Menüpunkte rufen jedoch ebenso wie zahlreiche andere Programmfunktionen lediglich einen Link zu einer Unterseite der Entwickler-Website auf. Eine überzeugende Leistung liefert die Option Bearbeiten | Formatieren, die unstrukturierten Code in eine lesbare Form bringt.
Wiederkehrende Konstrukte speichert (X)HTML-Format auf Wunsch als so genannte Code-Snippets, die es über das gleichnamige Menü einfügt. Für Standardelemente bietet (X)HTML-Format Assistenten in Form einfacher Dialogfenster. Der Menüpunkt Dokument schnell erzeugt die Struktur für ein neues Dokument. Sie enthält zwar die Meta-Tags, es fehlt allerdings die gemäß dem HTML-Standard erforderliche DOCTYPE-Definition. Als Pluspunkt wartet (X)HTML-Format mit einem CSS-Editor mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten auf (Abbildung ((6))).
Beim Klick auf das Symbol für einen Absatz fügt (X)HTML-Format lediglich ein öffnendes <p>-Tag ein. Um das abschließende Gegenstück kümmert sich der Benutzer entweder manuell oder er bemüht einen zweiten, eigentlich redundanten Menüpunkt unter Bearbeiten | <p>|</p>.
Die Hilfe ist umfangreich und durchgängig deutschsprachig. Auf Knopfdruck konsultiert sie zusätzlich die bekannte SelfHTML-Einführung aus dem Internet.
Das KDE-Gegenstück zu Bluefish heißt Quanta+ [5] (Abbildung ((7))). Es stammt von der freien Variante des kommerziellen Editors Quanta Gold ab (Kasten 2), wird mittlerweile aber unabhängig von diesem Produkt unter freier Lizenz weiterentwickelt. Inzwischen bildet es unter dem Namen KDEWebdev das Kernstück des KDE-Web-Entwicklungsmoduls.
| Kasten 2: Problemkinder |
|
Einige weitere existierende HTML-Editoren haben wir aus verschiedenen Gründen im Test außen vor gelassen. Darunter fällt der offiziell nicht mehr vertriebene WebSphere Homepagebuilder von IBM. Es handelte sich dabei ohnehin nicht um ein natives Linux-Programm, der Homepagebuilder lief in einer WINE-Umgebung. Ein RPM-Paket findet sich nach wie vor unter http://www-128.ibm.com/developerworks/websphere/library/techarticles/0103_czap/0103_czap.html, die zugehörige WINE-Version fehlt allerdings. Das kommerzielle Quanta Gold von theKompany (www.thekompany.com) ließen wir ebenfalls aus, da die auf der Homepage angebotene Demoversion bei unserem Versuch den Dienst mit dem Hinweis auf ein nicht namentlich genanntes Zusatzpaket verweigerte. |
Die Versionsnummer orientiert sich stets an der zugehörigen KDE-Ausgabe. Da alle gängigen Distributionen das Werkzeug mitliefern, empfiehlt sich die Installation über den jeweiligen Paketmanager.
Quanta+ bietet noch mehr Möglichkeiten als das Gnome-Pendant Bluefish. Leider erschwert diese Materialschlacht die Bedienung und besonders den Einstieg. Die Oberfläche zeigt innerhalb des Hauptfensters häufig mehrere Fenster gleichzeitig. So hat man beispielsweise immer die Dokumentenstruktur sowie die Online-Referenz im Blick, die Erklärungen zu allen HTML-, PHP- und JavaScript-Befehlen auflistet (Abbildung ((8))). Das Handbuch selbst fällt jedoch mager aus und beschreibt vor allem die Installation.
Funktionell lässt das Programm nahezu keine Wünsche offen. So ermöglicht es Quanta+, die erstellten Homepages aus dem Programm heraus direkt auf einen Server hochzuladen. Neben der mit dem externen Werkzeug Tidy realisierten Syntax-Kontrolle verfügt Quanta+ über einen Link-Checker, der alle im Dokument enthaltenen Links auf ihre Gültigkeit überprüft. Darüber hinaus integriert es KImageMapEditor zum Bearbeiten von Image-Maps sowie eine CVS-Versionsverwaltung mittels Cervisia. Somit empfiehlt sich Quanta+ auch für Gruppenprojekte.
Neben der Wahl zwischen einer integrierten und einer externen Vorschau erlaubt Quanta visuelle Änderungen im so genannten VPL-Editor. Darin klickt der Benutzer gemäß des WYSIWYG-Prinzips die benötigten Elemente grafisch zusammen, kann dort jedoch keinen Text eingeben. Da sich diese Ansicht noch in der Entwicklung befindet, sollte man damit jedoch nur die Sicherheitskopie eines Dokuments bearbeiten.
Beim Einrichten der gängigen Elemente helfen Assistenten mit nützlichen Einstellungsmöglichkeiten. So berücksichtigt der Schnellstart-Assistent sowohl verschiedene Meta-Tags, als auch Document Type Definitions (DTD). Auch der CSS-Editor gestaltet sich komfortabel, der Benutzer stellt einen Stil aus einer Palette von Möglichkeiten per Mausklick zusammen (Abbildung ((9))).
Durch Automatismen hilft Quanta, die HTML-Konventionen einzuhalten. So passt es bei der Änderung eines Ende-Tags direkt den zugehörigen Anfangs-Tag an und umgekehrt. Beispielsweise wird auf diese Weise ein als fett markierter Text mit einem Handgriff kursiviert. Eine automatische Vervollständigung während der Eingabe von Befehlen kennen Programmierer aus guten Entwicklungsumgebungen und finden sie auch hier wieder.
Ein großes Manko früherer Versionen hat Quanta+ immer noch nicht vollständig abgelegt. In der Vergangenheit stürzte das Programm häufig ab; inzwischen geschieht dies nur noch sehr selten, regelmäßiges Abspeichern empfiehlt sich dennoch.
Alle bislang vorgestellten Werkzeuge setzen fundierte HTML-Kenntnisse voraus. Wer jedoch nicht mit dem Quelltext in Berührung kommen möchte, sollte eine der folgenden WYSIWYG-Lösungen vorziehen.
Firefox ist von Grund auf als schlanker Browser ausgelegt und enthält daher selbst keinen HTML-Editor. Mit cuneAform [6] existiert jedoch eine Erweiterung, die ihn um diese Funktionalität ergänzt. Die Installation erfolgt in Firefox über den Menüpunkt Extras | Erweiterungen | Erweiterungen herunterladen. Es öffnet sich eine Homepage, auf der die Suche nach cuneAform den Link zur Editor-Erweiterung hervorbringt. Ein Klick auf Install now erledigt den Rest.
Der Benutzer steuert cuneAform ausschließlich über die zahlreichen Symbole. Bislang versteht der Editor aber nur die gängigsten HTML-Elemente. Ansonsten orientiert sich die Bedienung am Mozilla Composer.
Zum Repertoire der Internet-Suite Mozilla gehört auch der HTML-Editor Composer [7]. Seine Zukunft liegt leider im Ungewissen. Die Mozilla Foundation hatte schon einmal angekündigt, die Weiterentwicklung des ganzen Mozilla-Zweigs zu beenden. Die derzeit aktuelle Version 1.7 wird aber noch gepflegt und der Composer schlägt sich im Vergleich mit anderen HTML-Editoren nach wie vor gut. Ist die Mozilla-Suite installiert, findet man ihn im Menü Fenster.
Die Composer-Oberfläche kennt vier Darstellungsmodi, die man über die Register am unteren Fensterrand aktiviert. Das erste Register führt zur grafischen Editor-Ansicht, sie versieht beispielsweise Tabellen mit Hilfslinien und Kästchen zur Größenänderung per Maus (Abbildung ((10))). Das Register HTML-Tags zeigt ebenfalls die Homepage im späteren Layout an, fügt aber die dazugehörigen Tags ein. HTML Quelle bietet einen rudimentären Texteditor, der nicht einmal Syntax-Highlighting kennt und damit selbst den Minimalanspruch nicht erfüllt.
Das Register Vorschau schließlich zeigt, wie das Ergebnis im Mozilla-Browser aussieht. Alle Elemente und Texte bleiben in den vier Ansichten editierbar, wobei sich Änderungen unmittelbar auf alle anderen Register auswirken.
Die Arbeit in Composer erfolgt wie in einer einfachen Textverarbeitung, mit solcher Software vertraute Anwender fühlen sich deshalb schnell heimisch. Komplexe Seiten lassen sich über den WYSIWYG-Editor jedoch nicht erstellen.
Für fast alle HTML-Elemente existieren umfangreiche Assistenten und Eingabehilfen (Abbildung ((11))). Bei anderen Sprachen wie JavaScript lässt sich jedoch das Editieren im Quelltext nicht umgehen, lediglich für CSS liegt eine optionale Erweiterung vor. Allerdings muss der Benutzer nach manuellen Eingriffen auf das automatisch generierte Inhaltsverzeichnis verzichten.
Eine Projektverwaltung fehlt dem Composer, größere Projekte werden damit umständlich. Automatischen Upload auf einen FTP-Server unterstützt das Programm dennoch.
Auf der Basis von Composer entwickelte der Linux-Distributor Linspire den eigenständigen HTML-Editor NVU [8], der gerade in Version 1.0 erschienen ist. Die deutsche Ausgabe befindet sich auf der Heft-CD im Verzeichnis htmleditoren/nvu/bin, unter source finden Sie den Quelltext.
Schon das Hauptfenster verrät die enge Verwandtschaft mit dem Mozilla Composer (Abbildung ((12))). So verwendet NVU ebenfalls die vier von Composer bekannten Ansichten. Diese haben jedoch dazugelernt: Beispielsweise versteht sich der Quelltexteditor unter NVU auf Syntax-Highlighting, die anderen Ansichten blenden die aktuellen Seitenmaße am linken und oberen Rand ein. Die NVU-Entwickler haben auch die meisten Dialogfenster erweitert und teilweise komplett umgestaltet. So fügt der Benutzer eine Tabelle ein, indem er mit der Maus einen Rahmen aufzieht. Der bei Composer optional zur Verfügung stehenden CSS-Editor gehört zur NVU-Standardausstattung.
Den Quelltext validiert NVU nicht nur, sondern kann ihn auch säubern. Dabei entfernt es beispielsweise überflüssige Zeilenumbrüche, die beim Erstellen einer Seite mit dem WYSIWYG-Editor entstehen. Die Funktion eignet sich auch, um einer bereits fertigen Homepage den letzten Schliff zu verpassen.
Wie der Firefox-Browser lässt sich NVU durch Erweiterungen und Themes von der Seite http://nvuext.mozdev.org mit neuen Funktionen und Outfits ausstatten (Abbildung ((13))). Dort stehen beispielsweise zusätzliche Wörterbücher für die integrierte Rechtschreibprüfung zur Verfügung.
Die Hilfe ist sehr ausführlich, vollständig in Deutsch und zählt zu den Besten im Testfeld.
Das World Wide Web Consortium selbst entwickelt den HTML-Editor Amaya. Die aktuelle Version richtet sich vor allem an XML und XHTML aus, versteht aber auch ältere Standards und HTML-Versionen.
Amaya liegt nicht jeder Linux-Variante bei, Benutzer von Distributionen ohne diesen Editor finden ihn auf der Heft-CD. Im Gegensatz zur Konkurrenz hält sich Amaya penibel an die W3C-Standards, die Oberfläche bedient sich jedoch etwas eigenwillig. So öffnet Amaya für jede Ansicht ein eigenes Fenster. Dabei existieren neben dem WYSIWYG-Modus eine Quelltext- und eine Seitenstrukturansicht (Abbildung ((14))), eine interne Vorschau (Abbildung ((15))) sowie ein alternative Textbrowser-Darstellung und eine Liste aller Links. Dabei aktualisiert Amaya die Ansichten nicht immer automatisch. Erst ein Klick auf Synchronise überträgt den aktuellen Fensterinhalt in die anderen Modi.
Amaya wandelt ein Dokument per Mausklick in den XHTML-Standard um und passt dazu selbstständig die Syntax an. Ob das Ergebnis anschließend stimmt, sollte man danach aber überprüfen. Einen weiteren Vorteil gegenüber anderen Editoren bietet Amaya mit der Möglichkeit, Notizen (Annotations) in eine Seite einzubauen. Solche Anmerkungen gehören zu Elementen und Textstellen, sie zeigt der Web-Browser nur bei Bedarf an.
Die Wahl des richtigen HTML-Editors fällt nicht leicht. Unter den textbasierten Exemplaren haben Bluefish und Quanta deutlich die Nase vorn. Sie erkaufen sich ihre Funktionsfülle jedoch mit einer etwas umständlichen Bedienung.
August empfiehlt sich durch seine niedrigen Ansprüche für ältere Rechner oder Tcl-Liebhaber. Ähnliches gilt für Erwin, beide liegen jedoch in puncto Funktionsumfang nicht auf der Höhe der Zeit. Das stellt vor allem bei der Zeichenkodierung ein Problem dar: verwendet man -- wenn auch entgegen der HTML-Konvention -- Sonderzeichen wie Umlaute, lassen sich diese mangels UTF-8-Unterstützung nicht problemlos mit anderen Editoren verwenden.
(X)HTML-Format hinterlässt gemischte Gefühle. Einige Funktionen scheinen noch nicht ganz ausgereift und trüben so das positive Gesamtbild. Allerdings läuft er auf allen Betriebssystemen mit Java-Umgebung und bietet damit Wechslern den Vorteil, sich nicht umgewöhnen zu müssen.
Bei den WYSIWYG-Editoren läuft die Firefox-Erweiterung cuneAform der Konkurrenz hinterher. Um eine Seite auf die Schnelle vorzubereiten reicht er aus, ansonsten sollte man auf Composer oder NVU ausweichen. Der Editor der Mozilla-Suite eignet sich für kleinere Seiten, leider wird der generierte Code häufig unübersichtlich oder enthält überflüssige Tags. Mit seines Zusatzfunktionen hat NVU hier Vorteile. (csc)
| Tabelle 1: HTML-Editoren im Überblick | |||||||||
| Name | Amaya 0.91 | August 0.63b | Bluefish 1.0 | Erwin 0.8 | Firefox 1.0.x mit cuneAform 0.3.1 | (X)HTML-Format 8 R85a | Mozilla Composer 1.7.8 | NVU 1.0 | Quanta+ 3.4 |
| Lizenz | eigene (W3C) | GPL | GPL | GPL | MPL | eigene (Freeware) | MPL | MPL | GPL |
| Sprache Oberfläche | englisch | englisch | englisch, deutsch | englisch | englisch | deutsch, englisch | deutsch | deutsch | deutsch, englisch |
| Syntax-Highlighting | nein | ja | ja | ja | nein | ja | nein | ja | ja |
| Hilfe bei Erstellung eines Seitengerüsts | automatisch (WYSIWYG) | Template | Assistent | Assistent | automatisch, WYSIWYG | Assistent | automatisch (WYSIWYG) | automatisch (WYSIWYG) | Assistent |
| Rechtschreibkorrektur | ja | nein | ja, ispell | nein | nein | nein | ja | ja | ja |
| Vorschau | ja | extern | extern | intern | intern (sofort) | intern, extern | intern | intern | intern, extern |
| Standardsprache | XHTML | HTML 3.2 | HTML 4 | HTML 4 | HTML 4 | HTML 4 | HTML 4 | HTML 4, XHTML | HTML 4 |
| Image-Maps | nein | nein | nein | nein | nein | nein | nein | nein | ja (Plugin KImageMapEditor) |
| Code-Validierung | ja | extern (weblint) | extern (weblint, tidy) | nein | nein | extern (Internet) | nein | ja | extern (tidy) |
| Überprüfen von Links | nein | nein | nein | nein | nein | nein | nein | nein | ja (Plugin Link Checker) |
| Projektmanagement | nein | nein | ja | nein | nein | ja | nein | ja (rudimentär) | ja |
| Seiten auf Server laden (FTP) | nein | nein | nein | nein | nein | nein | ja | ja | ja |
| Infos |
|
Amaya: http://www.w3.org/Amaya [1] August: http://www.bostream.nu/johanb/august[2] Bluefish: http://bluefish.openoffice.nl [3] Erwin: http://lisas.de/erwin [4] (X)HTML-Format: http://www.homepagehelper.de/software/html-format [5] Quanta+: http://quanta.kdewebdev.org [6] cuneAform: http://cuneaform.mozdev.org [7] Mozilla Composer: http://www.mozilla.org/editor [8] NVU: http://nvu-composer.de |
Copyright © 2005 Linux New Media AG
Dieser Online-Artikel kann Links enthalten, die auf nicht mehr vorhandene Seiten verweisen. Wir ändern solche "broken links" nur in wenigen Ausnahmefällen. Der Online-Artikel soll möglichst unverändert der gedruckten Fassung entsprechen.
Druckerfreundliche Version |
Feedback zu dieser Seite
|
Datenschutz |
© 2010 Linux New Media AG
[Linux-Magazin]
[LinuxUser]
[EasyLinux]
[Linux-Community]
[Ubuntu User]
[Linux Technical Review]
[Linux Magazine]
[Linux Pro Magazine]
[Ubuntu User]
[EasyLinux Poland]
[Linux Magazine Poland]
[Linux Magazine Brasil]
[EasyLinux Brasil]
[Linux Magazine Spain]