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Kristian Kißling
| Readme |
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Katchtv, Democracy Player und Podnova spielen Audio- und Video-Feeds aus dem Internet ab und verwalten sie zugleich. |
Der Mensch ist ein Augentier und bleibt es auch im Internet. Bewegte Bilder erfreuen sich sowohl auf privaten als auch auf professionellen Webseiten zunehmender Beliebtheit -- seien es Homevideos, Tagebücher oder Kurzfilme, in denen ein sprechender Plastikbecher Abenteuer erlebt.
Die Macher drehen hin und wieder eine neue Episode, überspielen sie auf ihre Webseite oder senden sie an YouTube [1] oder Video Bomb [2]. Ein RSS-Feed informiert potentielle Zuschauer über neue Beiträge.
Dummerweise befinden sich die Podcasts nicht alle an einem Ort im Netz. Zudem dauert das Herunterladen von Videodateien ziemlich lange. Hier kommen Podcast-Clients ins Spiel, die Audio- und Video-Podcasts unter einem Dach versammeln. Man abonniert die Lieblings-Podcasts und das Programm lädt neue Episoden per Knopfdruck oder ganz von selbst herunter.
Die drei getesteten Programme meistern ihre Aufgabe unterschiedlich gut. Allen gemeinsam ist, dass sie auf die Programmiersprache Python setzen. Was Sie brauchen, um die Programme zu installieren, fassen die Kästen "Installation unter Suse 10.0" und "Installation unter Ubuntu 6.06" zusammen.
| Installation unter Suse 10.0 |
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Um die Podcast-Clients produktiv zu nutzen, benötigen Sie zunächst einmal verschiedene Multimedia-Codecs sowie zusätzliche Bibliotheken. Binden Sie daher am besten zwei weitere Paketquellen [3,4] in YaST ein. KatchtvNach dem Download von Katchtv [5] entpacken Sie das Archiv über Die Software, mit der Sie die Videos abspielen, erhalten Sie über das zuvor eingebundene Packman-Repository. Sie aktualisieren über YaST das bereits installierte kaffeine, zusätzlich spielen Sie libxine1 ein: Die Abhängigkeiten löst YaST von allein auf, über den Befehl Democracy PlayerAuf der Projekt-Webseite gibt es Pakete für Ubuntu Dapper Drake [6], Debian und Fedora -- unter Suse 10.0 lief der Player im Test allerdings nicht. Ersatzweise empfangen Sie die Video-Podcasts von Democracy TV auch über Katchtv. PodnovaAuch um Podnova zu installieren, brauchen Sie die oben erwähnten zusätzlichen FTP-Paketquellen. Podnova hängt zudem von python-wxGTK ab. Um Videos abzuspielen, aktualisieren Sie Kaffeine und installieren vlc, w32-codec-all und kaffeine-gstreamer. Nun laden Sie Podnova von der Heft-CD herunter, entpacken das Archiv, wechseln in das Unterverzeichnis und geben dort |
| Installation unter Ubuntu 6.06 |
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Auch (K)Ubuntu-Nutzer binden zusätzliche Paketquellen ein, um die Podcast-Clients zu installieren. Das funktioniert zum Beispiel mit Adept. Wählen Sie den Menüeintrag Adept | Paketquellen und suchen Sie die grau unterlegte Zeile: deb http://de.archive.ubuntu.com\ /ubuntu/ dapper universe in der Paketquellen-Liste. Klicken Sie auf Enable aus dem Kontextmenü, danach ergänzen Sie den Eintrag deb http://packages.freecontrib.\ org/ubuntu/plf/ dapper free\ non-free klicken Sie auf Hinzufügen und aktualisieren die Paketliste über Neu laden. KatchtvKatchtv entpacken und starten Sie wie im Kasten "Installation unter Suse 10.0" beschrieben. Entfernen Sie nun kmplayer-base -- andernfalls spielt Katchtv keine Filme ab -- und installieren Sie mit dem Paket libxine-extracodecs zusätzliche Codecs auf Ihrem System. Können Sie ein Filmformat einmal nicht abspielen, ergänzen Sie das System um weitere Multimedia-Bibliotheken wie w32codecs, ffmpeg, x264-bin, faad, faac und libquicktime0. Democracy PlayerUm die Fernsehdemokratie auf Ihren Ubuntu-Desktop zu bringen, installieren Sie zunächst folgende Pakete: python2.4-gnome2, python2.4-gnome-extras, python2.4-glade2, libxine-extracodecs, libboost-python-dev, libboost-python1.33.1 und mozilla. Weitere Abhängigkeiten löst Adept selbstständig auf. Abschließend entfernen Sie kmplayer-base. Dann widmen Sie sich den Paketen democracyplayer-data_0.8.5-1ubuntu_all.deb sowie democracyplayer_0.8.5-1ubuntu_i386.deb von der Heft-CD, die Sie in der hier genannten Reihenfolge über den Befehl PodnovaAuch Podnova entpacken und starten Sie, wie es der Kasten für Suse 10.0 erläutert. Bevor Sie das Tool via Konsole und über die Eingabe von |
Katchtv entpuppt sich als das schlichteste der drei getesteten Programme: In seinem Fenster sehen sie links eine Liste verfügbarer Podcasts, rechts erscheinen die Inhalte der Webseiten (Abbildung ((1))).
Um einen Feed auszuwählen, klicken Sie oben links unter 5. Channels Directories zum Beispiel auf den Eintrag VOD Stock. Katchtv zeigt nun die Podcasts der Webseite im linken Areal an.
Suchen Sie einen Podcast aus und klicken Sie auf den mit Feed beschrifteten Link: Der Bereich Subscribed Channels in Katchtv listet jetzt die einzelnen Beiträge des Podcasts auf, jeder Beitrag enthält einen eigenen Download-Link. Ein Mausklick befördert den Beitrag in den Bereich Downloads in progress (Abbildung ((2))). Nach gelungenem Abschluss eines Downloads legt Katchtv die Video- oder Sounddatei unter Ready to watch ab. Wollen Sie die Neuheit dann abspielen, klicken Sie einfach auf Play, über den Link daneben löschen Sie die Datei. Ihre eigenen deutschsprachigen Lieblingssendungen bringen Sie Katchtv über den Knopf Add links unten nahe: Dazu müssen Sie lediglich die Adresse des RSS-Feeds kennen.
Der politischen Dimension der Podcasts trägt der Democracy Player [7] bereits im Namen Rechnung: Jeder darf nun -- ganz demokratisch -- Fernsehen machen. Mit Hilfe des Players wiederum kann sich jeder ein Bild dieser Entwicklung machen. Hinter der Democracy-TV-Plattform steht die Non-Profit-Initiative "Participatory Culture Foundation". Sie will das Internet demokratischer machen, indem Sie passive Empfänger in aktive Sender verwandelt. Auf den Webseiten veröffentlichen Menschen ihre eigenen Filme und bewerten und betrachten zugleich die Filme der anderen, ein Austausch entsteht.
Zwar befindet sich der Democracy Player noch in der Entwicklung, aber die Webseite kündigt bereits Version 1.0 an, und die Software erscheint ausgereifter als Katchtv. Das liegt unter anderem daran, dass der Player einen aufgeräumten Eindruck macht und das Design durchdacht wirkt (Abbildung ((3))). Wie bei Katchtv versammeln sich auf der linken Seite die abonnierten "Channels" -- so heißen hier die Video-Podcasts. Neben den Channels stehen mitunter blaue Nummern: Sie verweisen auf neue Beiträge. So zeigt ein Klick auf Rocketboom, dass dort etwa 50 neue Beiträge zum Download bereit stehen.
Setzen Sie nun rechts oben bei Auto Download ein Häkchen, lädt der Player sämtliche Beiträge in einem Schub herunter -- das ist reichlich Datenvolumen. Klicken Sie lieber auf die blauen Pfeile neben den einzelnen Beiträgen: Das Symbol verändert sich dann, und ein Fortschrittsbalken zeigt den Status beim Herunterladen der Datei an. Diesen verfolgen sie auch im Bereich Active Downloads oben links: Nach erfolgreichem Abschluss landet die Datei im Ordner New Videos.
Rechts neben der Liste der Beiträge eines Channels sehen Sie noch zwei weitere Symbole: Eine Bombe und einen Briefumschlag. Über den Briefumschlag schicken Sie via E-Mail einen Link zum Video an eine beliebige Person, über die Bombe bewerten Sie den Clip -- damit steigt seine Popularität auf der Video-Bomb-Seite [2].
Nach dem Download erscheint ein grüner Knopf mit einer 1 im Bereich New Videos. Dort liegt jetzt der neue Beitrag, klicken Sie auf den grünen Pfeil, öffnet sich der interne Videoplayer und spielt den Clip ab. Über das Bedienfeld unter dem Video-Bereich steuern Sie das Video: Wollen Sie es anhalten, klicken Sie auf den Fast-Forward-Knopf mit den zwei nach rechts zeigenden Dreiecken. Ein weiterer Knopf in der Mitte zeigt den Film im Vollbild-Modus. Über das Papierkorb-Symbol rechts neben dem Beitrag löschen Sie ihn wieder. Der Democracy Player enthält -- im Gegensatz zu den anderen Lösungen -- eine Auto-Resume-Funktion, setzt also einen angefangenen Download zu einem späteren Zeitpunkt an der selben Stelle fort.
Zur besseren Übersicht bietet das Projekt zusätzlich eine Art Fernsehzeitschrift an, die "Channel Guide" heißt. Sie hilft Ihnen, sich im Dickicht der tausend Podcasts zurecht zu finden. Über den "Channel Guide" abonnieren Sie bequem neue Channels. Da viele dieser Podcasts nur in englischer Sprache erscheinen, fügen Sie Podcasts in Ihrer eigenen Sprache hinzu, indem Sie ganz unten links auf Add Channel klicken und dann die Adresse Ihres Favoriten eingeben: Der Democracy Player verwaltet diesen Feed dann auch.
Dem Power User hilft eine eingebaute Suchfunktion, einen bestimmten Beitrag in der Masse heruntergeladenen Materials zu finden: Geben Sie einfach ein Stichwort ein, das Sie mit dem Film verbinden, und drücken Sie [Eingabe]. Die Suchfunktion erscheint auch noch einmal im Bedienfeld auf der linken Seite unter Search.
Fanden Sie einen Clip sehr gut, speichern Sie ihn über Save auf der Festplatte. Um zu erfahren, ob es neue Folgen Ihres Lieblings-Podcasts gibt, wählen Sie nach einem Rechtsklick auf den entsprechenden Channel den Eintrag Update Channel now oder entfernen den Feed über Remove von der Liste.
Über die Settings rechts oben stellen Sie ein, nach wie vielen Tagen der Democracy Player einen Beitrag wieder löscht. Diese Einstellung gilt aber jeweils nur für einen Channel -- eine maximale Vorhaltezeit für alle Casts kennt der Democracy Player ebenso wenig wie die beiden anderen Programme. Unter Video | Preferences (Abbildung ((4))) bestimmen Sie, in welchen Zeitabständen der Player nach neuen Beiträgen schaut. Zudem finden Sie dort eine weitere interessante Funktion: Sie geben an, wie viel Speicherplatz die heruntergeladenen Beiträge belegen dürfen. Droht das Volumen der Beiträge diesen Rahmen zu sprengen, verweigert die Software weitere Downloads. So können Sie beruhigt in den Urlaub fahren, während der Rechner als Videorecorder arbeitet.
Podnova klingt eher nach einem klassischen Audio-Podcast-Client, doch das Tool spielt auch Filme ab. Es basiert auf dem Juice Player und steht unter der GPL. Podnova dient -- ähnlich wie der Democracy Player -- als Ergänzung der gleichnamigen Webseite [8]. Die besteht im wesentlichen aus einer Suchmaschine, die das Netz nach Podcasts absucht, sie nach Stichworten indiziert und dann anzeigt.
Allerdings erschwert das Podnova-Tool den Zugang etwas unnötig: Einerseits brauchen Sie einen Account, andererseits durchsucht die im Client integrierte Suchmaschine nicht die Datenbank der Webseite, sondern lediglich das lokale Inventar. Neue Podcasts finden Sie also über die Podnova-Seite: Dort geben Sie in das Suchfeld einen Begriff wie Linux ein und klicken auf eines der kleinen Icons neben den Ergebnissen.
Dann wechseln Sie zu Podnova, bedienen im Reiter Abonnierte Feeds den blauen Knopf ganz links, und der ausgewählte Feed erscheint. Klicken Sie einen Feed an, lädt Podnova die neuen Beiträge und listet sie im unteren Bereich auf (Abbildung ((5))). Um einen bestimmten Beitrag zu hören, markieren Sie ihn mit einem Kreuz und klicken in der Werkzeugleiste auf Feed überprüfen -- das ist der Knopf mit dem blauen Dreieck.
Im Reiter Downloads verfolgen Sie den Fortschritt beim Herunterladen der Datei: Die Downloads dauern unterschiedlich lange, je nachdem, über wieviel Bandbreite der anbietende Server verfügt. Im Reiter Abonnierte Feeds spielen Sie den Audio- oder Video-Clip anschließend ab, indem Sie auf das kleine rot unterlegte Dreieck klicken, das an der Datei klebt. Unter dem Reiter Aufräumen löschen Sie Beiträge aus Podcasts wieder -- automatisch funktioniert das leider nicht. Der Reiter Log protokolliert Ihre Aktionen mit und hilft beim Aufspüren von Fehlern.
Auch Podnova stellt eine Reihe von Rädchen bereit, an denen Sie drehen können. Sie erreichen die Einstellungen über Datei | Einstellungen. Unter Threading legen Sie fest, wie viele Up- und Downloads Sie zugleich zulassen wollen, unter Netzwerkeinstellungen weisen Sie dem Programm bei Bedarf einen Proxy-Server zu. Der Reiter Erweitert gibt Ihnen die Möglichkeit, nach Abschluss eines Downloads einen bestimmten Befehl zu starten, um die Datei zum Beispiel in einen bestimmten Ordner zu kopieren oder Ihnen eine Nachricht per Mail zukommen zu lassen. Ein nettes Feature, das den Client von den anderen Lösungen unterscheidet.
Vergleicht man die drei Tools, sticht besonders der Democracy Player hervor. Er bringt eine angenehm organisierte und nett aussehende Oberfläche mit und lässt einen fast vergessen, dass es sich nur um ein GUI zur Verwaltung von Podcasts handelt.
Katchtv kaschiert diesen Umstand am wenigsten: Das Tool lädt die externen Seiten einfach mit ihrem jeweiligen Layout in ein Frame und überlässt dem Benutzer die Suche nach dem Feed. Automatisierungen oder kesse Extras suchen Sie hier vergeblich.
Einen Mittelweg findet Podnova, allerdings stört hier ein wenig die mangelnde Integration von Suchfunktion und Video-Player in die grafische Oberfläche. (kki)
| Infos |
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[1] Webseite von YouTube: http://www.youtube.com
[2] Video Bomb: http://www.videobomb.com [3] Multimedia für Suse: ftp://packman.iu-bremen.de/suse/10.0 [4] Suse-Repository: ftp://ftp3.gwdg.de/linux/suse/opensuse/distribution/SL-10.0-OSS/inst-source [5] Katchtv im Netz: http://www.kde-apps.org/content/show.php?content=38614 [6] Democracy Player für Ubuntu: http://www.getdemocracy.com/downloads/ubuntu.php [7] Democracy Player Homepage: http://www.getdemocracy.com [8] Podnova-Seite: http://www.podnova.com |
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