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Erschienen in LinuxUser 02/2005   »   Ausgabe bestellen

Mldonkey und Kmldonkey

Des Esels Kern


Der Multi-Network-Client Mldonkey bietet Zugriff auf alle gängigen Filesharing-Netze. Wie zeigen, wie Sie ihn optimal einrichten und mit dem KDE-Frontend Kmldonkey bequem steuern.

von Mirko Albrecht

Filesharing über Peer-to-peer-Netze zählt heute zu den umstrittensten Anwendungen: Benutzer, die ihre gesamte CD- und DVD-Sammlung von der Festplatte zum freien Download anbieten, haben die elektronischen Tauschbörsen ins Visier der Musik- und Filmindustrie gerückt. Dabei stellen diese Plattformen, im positiven Sinn genutzt, eine hervorragende Lösung dar, Dateien jeglicher Art der gesamten Welt zugänglich zu machen, ohne dafür entfernten Webspace bemühen zu müssen.

Im Filesharing-Umfeld tummeln sich die verschiedensten Netze samt dazugehöriger Client-Programme. Zu den prominentesten Vertretern der Riege zählen Morpheus, Gnutella, BitTorrent und Donkey/eMule. Den Umgang mit dieser Vielfalt erleichtern neuerdings Clients, die auf mehrere der Peer-to-peer-Netze zugreifen zu können. Ein solcher Kandidat ist der Mldonkey, den es nicht nur für Linux, sondern auch für Windows und Mac OS gibt.

Der Core

Mldonkey läuft als sogenannter Core wie ein Daemon im Hintergrund. Einige Distributionen bringen den Core samt grafischer Oberfläche gleich mit. Andere, wie etwa Suse Linux 9.2, enthalten lediglich das entsprechende KDE-GUI Kmldonkey.

In der Praxis sprechen allerdings einige gute Gründe dafür, statt des von der Distribution mitgelieferten Programms eine eigene Version zu übersetzen. Wagemutige übersetzen stets den aktuellsten Quelltext, um mit der zeitweise rasanten Evolution des Mldonkey Schritt zu halten. Die Entwickler der Filesharing-Technologien arbeiten ständig an den Protokollen und internen Einstellungen. Auf Änderungen in den einzelnen Peer-to-peer-Netzen, die ja alle ein eigenes Protokoll verwenden, gilt es zu schnel zu reagieren, will man am Ball bleiben.

Die meisten Anwender halten sich allerdings lieber an eine bewährte Version: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht jede Aktualisierung optimal arbeitet. Hat man also erst einmal eine stabile Version von Mldonkey gefunden, empfiehlt sich der Verzicht auf zweifelhafte Updates: Diese können sich durchaus auch negativ auf die Funktion des Cores auswirken.

Binaries installieren

Fall Sie lieber auf das Übersetzen aus den Quellen verzichten möchten, können sie Binary-Pakete von der deutschen Hauptseite der Software [1] herunterladen. Eine hervorragende Anlaufstelle für Downloads stellt auch die Seite von Spiralvoice [2] dar, einem Patcher und Paketebauer von Mldonkey. Dort finden Sie die verschiedensten Versionen inclusive der zugehörigen Patches. Die letzte offizielle Release war bei Redaktionsschluß Mldonkey-2.5.28, die letzte inoffizielle Version trug die Nummer 2.5.29.

In den einschlägigen Foren (wie etwa auf [3]) kann man nachlesen, dass sich als stabilste Version für einen reibungslosen Dauerbetrieb rund um die Uhr mit maximalen Download-Raten der Core 2.5.16t erwiesen hat. Das "t" am Ende der Versionsnummer charakterisiert die Release als Patchversion. Spiralvoice selbst bezeichnet diese Variante als "weitgehend stabil" und kennzeichnet die aktuellste als Version mit "experimentellen Charakter" [2]. Diesem Urteil schließt sich auch der Autor an, der bereits etliche Versionen im Einsatz getestet hat.

Zur Installation entpacken Sie das Paket in einem dafür neu erstellten Ordner mit dem Befehl tar xvfz mldonkey-2.5.x.tar.gz. Anschließend finden Sie im diesem Verzeichnis die Datei mlnet, die Sie direkt mit ./mlnet aufrufen.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die von Spiralvoice angebotenen, vorkompilierten Versionen ordentlich laufen. Sie bringen Support für alle gängigen Peer-to-peer-Netze bereits in Modul-Form mit. Zwar hat dies einen höheren Code-Umfang zur Folge, was jedoch auf aktueller Hardware keinerlei Probleme mit sich bringt. Zudem lassen sich nicht gewünschte Module später bequem über das grafische Frontend abschalten.

MLDonkey selbst kompilieren

Um die Software optimal an die eigene Hardware und für den vorgesehenen Einsatz anzupassen, empfiehlt sich die direkte Übersetzung aus den Quellen. Dabei sollte Ihre Wahl sollte vornehmlich auf die bereits erwähnte Version mldonkey-2.5.16 mit dem Patch patch_pack16t fallen.

Beides laden Sie unter [2] herunter und entpacken es auf die übliche Weise. Der Inhalt des Patchpaketes verschieben Sie in den beim Entpacken des Haupt-Tarballs entstandenen Ordner /mldonkey-2.5.16. Wechseln Sie nun in diesen Ordner und installieren Sie mit patch -p0 < patch_pack16t die Fehlerbereinigung.

Im gleichen Ordner konfigurieren Sie anschließend das Makefile. Wir entscheiden uns dafür, lediglich die Netzwerkunterstützung für BitTorrent, Fasttrack und eDonkey2000 zu kompilieren. Auch die mitgelieferte GTK-GUI lassen wir erst einmal außen vor. Der entsprechende configure-Befehl lautet dann:

./configure --disable-gui --enable-batch --disable-opennap \
--disable-audiogalaxy --disable-gnutella --disable-gnutella2 \
--disable-soulseek --disable-openft --disable-cymes --enable-pthread

Haben Sie andere Präferenzen, so machen sie einfach aus dem entsprechenden --disable ein --enable. Wünschen sie nur eDonkey2000-Support, so genügt beispielsweise der Aufruf ./configure --disable-multinet plus ihrer restlichen Wünsche.

Dieser Artikel beschränkt sich auf die Netze eDonkey, BitTorrent und Fasttrack (Kaazaa), die zu den beliebtesten und verbreitetsten der Filesharing-Community zählen. Sämtliche existierenden Peer-to-peer-Netze mit ihren Besonderheiten zu behandeln, würde den Rahmen des Artikels deutlich sprengen. Interessierten Lesern seien allerdings die Mldonkey-FAQ unter [4] ans Herz gelegt. Dort findet man eine ganze Reihe von Tipps zu den verschiedenen Netzwerkmodulen, die Mldonkey implementiert.

Zur Übersetzung von Mldonkey benötigten Sie die Tools Objective-Caml (in dieser Sprache wurde Mldonkey geschrieben) in der Version 3.08 und LablGTK 1.2.7. Über die wget-Funktion ihrer Distribution lädt das Makefile während des ./configure-Aufrufs zwar entsprechende Pakete aus dem Internet nach und kompiliert sie. Jedoch sind durch das patch_pack16t höhere Versionen der beiden Tools notwendig geworden. Falls Sie keine automatische Installtion der beiden Tools wünschen, so entfernen sie aus dem configure-Aufruf die Option --enable-batch. Haben sie sich für die Einstellung --disable-gui entschieden, so entfällt das Update von LablGTK ohnehin.

Um ocaml sowie lablgtk bereits im Vorfeld selbst zu kompilieren, besorgen Sie sich zunächst die Quellen unter [5] beziehungsweise [6]. Anschließend entpacken Sie diese wieder über den Befehl tar xzfv. Um Objective-Caml zu erstellen, nutzen Sie den folgenden, etwas ungewöhnlichen Dreisatz:

./configure
make world opt opt.opt
make install

Auch die Syntax bei der Erstellung von lablGTK folgt nicht ganz den gewohnten Bahnen. Hier geben Sie den folgenden Viersatz ein:

make configure
make
make opt
make install

Der Befehl make install müssen Sie in beiden Fällen mit root-Rechten ausführen. Falls Sie als Distribution Suse Linux 9.2 nutzen, können Sie sich die Mühe sparen, die zwei Werkzeuge selbst zu übersetzen: Beide Pakete sind in einer neueren Version bereits im Lieferumfang enthalten und lassen sich gegebenenfalls über Yast nachinstallieren.

Nach diesen kleineren Hürden sollte der configure-Aufruf in /mldonkey-2.5.16 nun ohne Fehlermeldungen durchlaufen. Treten dennoch Probleme beim Kompilieren auf, so lassen sie den Patch weg oder ersetzen Sie ihn durch die Variante patch_pack16r. Die Befehle make depend und make bauen nun das fertige Binary, ein make install gibt es nicht. Wollen Sie Mldonkey als normaler Benutzer ausführen, genügt der Aufruf des im Ordner erstellten Mldonkey-Cores mlnet, der zwischen 3,0 und 3,5 MByte groß sein sollte.

Möchten Sie Mldonkey systemweit zur Verfügung stellen, kopieren Sie mlnet mit dem Befehl cp mlnet /usr/local/bin in das für die systemweiten Programme. Es versteht sich, dass sie dazu root-Rechte besitzen müssen. Machen sie die Datei mit chmod a+x /usr/local/bin/mlnet gegebenenfalls noch für alle Benutzer ausführbar, oder passen sie die Nutzerrechte Ihren eigenen Bedürfnissen an.

Starten des Cores

Der Mldonkey-Core lässt sich nun durch jeden Benutzer auf der Konsole mit mlnet aufrufen. Haben Sie den Core nicht systemweit freigegeben, so wechseln Sie in den Ordner, in dem mlnet liegt und geben sie ./mlnet ein.

Beim ersten Aufruf legt das Programm im Home-Verzeichnis des aufrufenden Benutzers eine Menge Dateien und Ordner an. Möchten Sie diese Unordnung umgehen und die entsprechenden Dateien zentral lagern, nutzen Sie dazu die Umgebungsvariable MLDONKEY_DIR. Öffnen sie dazu die Datei .bashrc in ihrem Home-Verzeichnis und tragen sie die Zeileexport MLDONKEY_DIR="/Pfad/zum/mldonkey-Verzeichnis" ein, wobei das fragliche Verzeichnis vorher existieren muss. Loggen sie sich erneut in die Konsole ein, um die Änderung wirksam zu machen.

Auf den Aufruf mlnet hin sollten nun neben allerlei anderer Angaben folgende Zeilen auf der Konsole erscheinen:

Welcome to Mldonkey
SAVING SHARED FILES AND SOURCES on localtime: 12/ 9, 17:07:33
SAVED
Options correctly saved
Core started on localtime: 12/ 9, 17:07:33
Disabling output to console, to enable: stdout true

Mit [Strg]+[C] beenden Sie das Programm, ebenso stoppt Mldonkey beim Schließen der aufrufenden Konsole. Damit mlnet nicht in einer ständig geöffneten Konsole laufen muss, können Sie auch den Aufrufmlnet -daemon verwenden. Damit läuft der Core als Dämon im Hintergrund; der Benutzer kann sich vom System abmelden, ohne dass dadurch mlnet terminiert. Sie beenden den Hintergrundprozess gegebenenfalls über den Befehl killall mlnet.

Bedienung des Cores

Läuft Mldonkey erst einmal im Hintergrund, können Sie auf verschiedenen Wegen auf den Daemon zuzugreifen: Mögen Sie es eher spartanisch, verwenden Sie dazu telnet. Der Konsolenaufruf telnet localhost 4000 gewährt Ihnen Zugriff zum Mldonkey-Interface.

Die Eingabe eines Fragezeichens am telnet-Prompt verrät, dass s suchwort eine Suche anstößt, vr die Ergebnisse ausgibt und d Ergebnisnummer einen Download einleitet. Über den Befehl q schließen Sie die Schnittstelle. Bei Eingabe zweier Fragezeichen erhalten Sie eine ausführlichere Hilfe, deren Studium sich empfiehlt, wenn Sie Mldonkey über das telnet-Interface bedienen möchten. Über einen Internet-Browser rufen Sie unter der Adresse http://localhost:4080 die webbasierte GUI von Mldonkey auf.

Sagt Ihnen keine dieser beiden Möglichkeiten zu, so können sie auch zwischen einer Vielzahl alternativer, grafischer GUIs wählen. Eine recht ordentliche Benutzeroberfläche für die GTK-Biliothek liefern, wie bereits erwähnt, die vorkompilierten Versionen bereits mit. Die GTK-GUI lässt eigentlich kaum Wünsche offen, ist gut aufgebaut und leicht verständlich. Benutzer des Gnome-Desktops werden daher diese GUI bevorzugen.

Wollen Sie Mldonkey komfortabel via Webbrowser steuern, dann sollten Sie sich alemule, phpEselGui und Zuul einenmal näher ansehen. Bei allen dreien handelt esd sich um gut zu verwendende GUIs, die auf PHP aufsetzen.

Auch für den KDE-Desktop existiert seit einiger Zeit unter dem Namen Kmldonkey ein Mldonkey-Frontend, das sich gerade in den letzten Monaten zu einem sehr brauchbaren Programm gemausert hat. Es nutzt als echtes KDE-Programm die Qt-Bibliotheken, was eine nahtlose Integration in die KDE-Oberfläche ermöglicht. kmldonkey lässt sich in die KDE-Kontrollleiste einbinden, integriert ed2k-Links (Links zu eDonkey-Downloads im Internet) als Protokoll in den Konqueror und verfügt über eine logisch aufgebaute und weitgehend selbsterklärende Oberfläche.

Kmldonkey installieren

Wollen Sie Kmldonkey als Binärpaket installieren, finden Sie als Suse-Benutzer aktuelle Versionen für Suse 9.1 und 9.2 auf der Website von Pacman [8]. Dagegen bringt selbst die aktuelle Suse 9.2 nur das schon etwas angestaubte kmldonkey-0.9.1 mit.

Die zur Zeit aktuelle Version von Kmldonkey, kmldonkey-0.10, steht unter [7] zum Download bereit. Sie können die aktuellen Sourcen sehr einfach und schnell selbst übersetzen. Dazu laden Sie zunächst den Source-Tarball herunter und kompilieren sowie installieren das Programm mit folgenden Befehlen

tar jxvf kmldonkey-0.10.tar.bz2
cd kmldonkey-0.10
./configure --prefix=$KDEDIR
make
su -c "make install"<I>

Das KDE-Verzeichnis befindet sich unter Suse Linux beispielswiese in /opt/kde3, so dass der Aufruf hier ./configure --prefix=/opt/kde3 lautet. Der Link für das fertig übersetzte Programm findet sich im KDE-Menü unter der Rubrik "Internet". Über die Tastenkombination [Alt]+[F2] und Eingabe von kmldonkey rufen Sie die Anwendung direkt auf. Der Mldonkey-Core sollte zu diesem Zeitpunkt bereits laufen.

Konfigurationsarbeiten

Nach dem Start von Kmldonkey widmen Sie sich zuerst in der Programmoberfläche dem letzten Kartenreiter, Konsole. Dort finden Sie ganz unten die Eingabezeile der Konsole. Über diese setzen Sie nun ein Passwort für den Zugriff auf den Core -- bislang hatte via Telnet oder die HTML-Oberfläche jedermann im lokalen Netz Zugriff. Soll das Passwort "pAssw0rt" lauten, dann geben Sie auf der Konsole add_user admin pAssw0rt ein (Abbildung 1).

Abb. 1: Als erstes gilt es, den Zugriff auf den Mldonkey-Core mit einem Passwort gegen unautorisierte Benutzer zu schützen.

Einige Einstellungen für den reibungslosen Ablauf treffen Sie nun unter Einstellungen | Configure Connection sowie Einstellungen | Mldonkey einrichten. Im ersten Untermenü tragen Sie das eben vergebene Passwort sowie den Benutzer admin ein. Zudem können Sie Kmldonkey unter startup mode dazu veranlassen, beim Aufruf den Core gleich mit zu starten. Das erspart das Starten "von Hand", wie oben beschrieben.

Im zweiten Menü treffen Sie die Einstellungen hinsichtlich der verschiedenen, von Mldonkey unterstützten Filesharing-Netze. Der Bereich Networks ermöglicht, die einzelnen Netzwerkmodule einzuschalten und zu konfigurieren. Weisen sie einem Netzwerk den Wert false zu, so wird es nicht benutzt. Wünschen sie die Aktivierung eines Netzwerks, wie z.B. des eDonkey2000-Netzes, wählen Sie statt dessen den Wert true.

Kmldonkey trifft für die meisten Peer-to-peer-Protokolle bereits sinnvolle Vorgabe-Einstellungen. Die Werte für das eDonkey2000-Netz allerdings bedürfen noch einiger Nacharbeit. Unter Network | Donkey suchen Sie in der rechten Hälfte des Fensters nach dem Eintrag force_high_id und setzen dessen Wert auf true. Dies sorgt dafür, dass der Client sich von Servern trennt, die nur eine Low-ID erlauben, um solche mit einer High-ID-Erlaubnis finden zu können.

Mit einer Low-ID kommen sie in Filesharing-Netzen nicht weit. Sie bedeutet für den Donkey-Server einen höheren "Verwaltungsaufwand", weil entweder die Donkey-relevanten Ports 4661/tcp, 4662/tcp und 4665/udp durch eine Firewall blockiert werden oder ein Router diese nicht weiterleitet. Für Ihren eigenen Core geben Sie diese Ports frei, in dem sie diese beispielsweise in der SuSE-Firewall2 unter Konfiguration der Dienste | Zusätzliche Dienste eintragen (Abbildung 2). Falls Sie Ihr MLDonkey-System selbst hinter einem Router betreiben: Die meisten Geräte stellen ein komfortables Web-Interface zur Verfügung, über das Sie die genannten Ports (meist unter einem Eintrag wie "Virtual Servers" o.ä.) auf den entsprechenden Rechner lenken können. Beachten sie dazu die Dokumentation ihres Routers.

Abb. 2: Für einen effektiven Betrieb des Mldonkey-Cores müssen sie in der Firewall-Konfiguration eine Reihe von TCP- und UDP-Ports öffen (wie hier unter Suse Linux).

Nun sollte der Core Ihnen eigentlich eine High_ID zuweisen, was Sie mit dem einfachen Mldonkey-Konsolen-Aufruf id überprüfen können. Erscheint als Ausgabe Ihre eigene IP-Adresse, hat die Zuweisung einer High-ID funktioniert, Sie werden nicht mehr in der Liste der zu bearbeitenden Clients hintenan gestellt.

Feintuning

Manche Benutzer schwören darauf, den Wert von max_connected_servers sehr hoch zu wählen: Eigene Dateien werden dann schneller bereitgestellt und -- zumindest anfangs -- Suchanfragen großzügiger bedient. Dies belastet allerdings das Netz und ist bei anderen Teilnehmern nicht gern gesehen. Jeder Platz, den man durch einen Serverconnect belegt, können schließlich andere User nicht mehr nutzen. Einen schnelleren Download jedoch garantiert ein höherer Wert als die vorgegebene "3" allerdings nicht. Belassen Sie es also dabei.

Unter dem Eintrag Bandwith verbirgt sich nichts anderes als die Möglichkeit, maximale Up- und Downloadraten zu regeln. Die max_hard_upload_rate sollte bei DSL nicht über 5 kByte/s und bei ISDN nicht über 3 kByte/s liegen. Dies begründet sich vor allem aus der Tatsache, dass zu hohe Upload-Raten ihren Download immens beeinflussen. Erreicht beispielsweise der Upload bei einer DSL1000-Anbindung das Maximum von 128 kBit/s, blockiert dies praktisch die Leitung und selbst das Surfen im Internet gestaltet sich dann recht zäh. Es gilt also, den Download den jeweiligen Gegebenheiten anzupasst -- jeder weiß schließlich, was seine Internetverbindung hergibt. Ein Wert von "0" steht an dieser Stelle übrigens für "unbegrenzt".

Pfade für temporäre Dateien und die herunterzuladenen Daten geben Sie unter Path an. Damit sind erst einmal die wichtigsten Einstellungen getroffen, und einem ersten Datenaustausch steht nichts mehr im Wege. Über die besprochenen Basis-Settings hinaus offeriert der Mldonkey-Core eine Vielzahl weiterer Einstellungsmöglichkeiten. Möchten Sie ein weiteres "Feintuning" vornehmen, bietet sich als Informationsquelle dazu eines der zahlreichen Internetforen (wie etwa [3]) zu Mldonkey an.

Downloads über Kmldonkey

Die Oberfläche des Programms lässt sich auf Grund der sehr übersichtlichen Gestaltung der einzelnen Kartenreiter weitgehend intuitiv bedienen. Unter Servers finden Sie beispielsweise die einzelnen Filesharing-Server sehen und können zu diesen Verbindungen auf- oder abbauen. Der Reiter Suchen erlaubt die detailierte Suche nach Dateien in bestimmten Netzwerken, wobei sich unter anderem der Dateityp und auch die zu suchende Dateigrößen einschränken lassen. Schauen Sie sich gelegentlich auch einmal den Reiter Statistik an: Er hält interessante Informationen über das Download-Verhalten ihres Clients bereit.

Ein besonderes Feature von Kmldonkey stellt die Fähigkeit dar, sich in die KDE-Kontrollleiste einzubinden. Rufen sie dazu mit der rechten Maustaste im Systemabschnitt der Kontrollleiste das Kontextmenü auf und fügen über Hinzufügen | Miniprogramm | Mldonkey-Applet das Programm hinzu. Hier können sie ebenfalls die wichtigsten Einstellungen am Core vornehmen (Abbildung 3). Dazu zählen unter anderem die maximalen Up- und Downloadraten, deren momentane Höhe das Applet zudem laufend anzeigt. Genügt die Downloadrate für anstehende Aufgaben einmal nicht, so lässt der Pausenknopf den Mldonkey-Core vorerst ruhen, bis sie ihn durch einen Klick auf das Play-Zeichen wieder aktivieren.

Abb. 3: Das in die KDE-Kontrollleiste integrierbare Mldonkey-Applet bietet eine bequemere und schnelle Möglichkeit zur Bedienung des Cores.

Wie bereits erwähnt, erkennt der Web-Browser Konqueror nun auch den URI ed2k als gültiges Protokoll. Trifft man im Internet auf einen entsprechenden Link, fügt der Browser auf Klick den gewünschten Download einem laufenden Core hinzu. Ebenso verhält es sich, wenn Sie einen Server einer Serverliste (von denen im Internet Hunderte zu finden sind) anklicken: Mldonkey nimmt dann direkt die Verbindung zu dieser download-Quelle auf.

Fazit

Haben Sie erst einmal die kleinen Hürden der Installation gemeistert, gestaltet sich das Tauschen von Dateien via Filesharing denkbar einfach. Dank komfortabler Bedienoberflächen wie Kmldonkey kann praktisch jedermann bei intuitiver Bedienung Dateien zum Download anbieten oder selbst das Angebot der anderen Teilnehmer nutzen.

Sowohl der Core als auch die GUI wirken ausgereift und kooperieren in der Regel problemlos sowie absturzfrei. Einige Detailverbesserungen gerade am Mldonkey-Paket bleiben jedoch wünschenswert. Dazu zählt insbesondere eine automatische Installation via RPM, die dem Anwender lästige Nacharbeiten wie das Kopieren der Anwendung an die richtige Stelle der Verzeichnisstruktur erspart.

Es bleibt zu hoffen, dass die Medienindustrie durch ihre derzeit laufenden pauschal-kriminalisierenden Kampagnen die Möglichkeiten, die Filesharing mit sich bringt, nicht aushebelt, sondern deren immensen Nutzen erkennt. (jlu)

Infos
[1] Homepage von Mldonkey: http://www.mldonkey.org
[2] Mldonkey-Binaries von Spiralvoice: http://download.berlios.de/pub/mldonkey/spiralvoice/
[3] Mldonkey-Forum: http://mldonkey.org/forum
[4] Mldonkey-FAQ: http://www.nongnu.org/mldonkey/faq.html.de
[5] Quelldateien zu Objective-Caml: ftp://ftp.inria.fr/INRIA/caml-light/ocaml-3.08/ocaml-3.08.1.tar.gz
[6] Quelldateien zu lablGTK: http://wwwfun.kurims.kyoto-u.ac.jp/soft/olabl/lablgtk.html
[7] Quelldateien zu Kmldonkey: http://savannah.nongnu.org/download/kmldonkey/kmldonkey-0.10.tar.bz2
[8] Suse-Binaries von Kmldonkey: http://packman.links2linux.de/?action=451

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